Ärzte Zeitung, 24.01.2006

BUCHTIP

Phytotherapie und Wissenschaft

Der Kautschuk, vom indianischen "caa", Träne und "huchu", Baum abgeleitet, ist ein weißer Milchsaft, der aus dem tiefsten Verwundungspunkt der mehrfach angeritzten Rinde von Hevea brasiliensis tropft und zur Herstellung von Latex dient.

Die zitronengelben kugeligen Katzenpfötchenblüten wiederum sind eine beliebte Schmuckdroge, die man Tees zur Verschönerung beimischt. Diese Details sind bezeichnend dafür, wie der Mensch die Pflanzen und ihre Bestandteile praktisch nutzt und wie sie zugleich seine Phantasie anregen. Entnommen sind die Beispiele dem Buch "Pharmakognosie, Phytopharmazie" der Professoren Rudolf Hänsel und Otto Sticher.

Am Anfang des Buches gibt es ein Kapitel zu botanischen Grundlagen und der Synthese von sekundären Pflanzenstoffen. In einem weiteren Kapitel geht es um die pharmazeutische Qualität von pflanzlichen Arzneimitteln, in dem die Leser alles über den Weg von der Droge über die Extraktherstellung bis zum fertigen Medikament erfahren.

Der Hauptteil des Buches besteht aus sechs Kapiteln über einzelne Pflanzeninhaltsstoffe: Lipide, Kohlenhydrate, Isoprenoide, ätherische Öle, Phenole und Alkaloide. Zum Schluß gibt es eine Zusammenfassung zu Phytotherapie aus rational-naturwissenschaftlicher Sicht. Themen sind zum Beispiel die allgemeine Stellung von Phytopharmaka in Therapien, das Placebo-Phänomen, Wirkungsmechanismen, Toxizität und Mutagenität. (ars)

Rudolf Hänsel, Otto Sticher, Pharmakognosie, Phytotherapie, 7. Auflage, Springer-Verlag 2005, 1214 Seiten, 54,95 Euro. ISBN 3-540-01024.

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