Ärzte Zeitung, 08.06.2005

Antibiotika gelangen über Gülle ins Getreide

PADERBORN (dpa). Lebensmittelchemiker aus Paderborn haben jetzt nach eigenen Angaben erstmals belegt, daß Antibiotika in der Gülle von Nutzpflanzen aufgenommen werden und in die Nahrungskette geraten.

In einer Studie bekamen Ferkel das Antibiotikum Chlortetrazyklin sowie Sulfonamidpräparate verabreicht. Die Ausscheidungen der Tiere wurden zu Gülle verarbeitet und über Felder mit Winterweizen und Feldsalat ausgebracht.

In den Weizenkörnern seien pro Kilo etwa 50 µg Chlortetrazyklin gefunden worden, so Professor Manfred Grote von der Universität Paderborn.   Noch nach acht Monaten waren Antibiotika-Spuren in den oberen Bodenschichten der Felder zu finden.

"Infolge zunehmender Risiken durch Antibiotika-Resistenzen sind diese Ergebnisse von besonderer Bedeutung", sagte Grote. Die Versuche erfolgten im Auftrag des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wenn Einsamkeit krank macht

Ein Alterspsychotherapeut warnt: Ältere Männer sind besonders häufig suizidgefährdet. Einsamkeit ist ein Grund dafür. mehr »

Diabetes-Experten sind besorgt

Schon bald könnten mehr Lebensmittel "schlechten Zucker" enthalten. Für die Industrie wird der Einsatz von Isoglukose profitabler. mehr »

PKV bekennt sich zur Innovationsoffenheit

Wird es mit der neuen GOÄ erschwert, Privatpatienten neue Leistungen anzubieten? Vom PKV-Verband kommt dazu ein klares Dementi. mehr »