Ärzte Zeitung, 03.06.2004

Sport schützt Dicke vor Diabetes

Je mehr Sport, um so niedriger ist die Rate der Neuerkrankungen an Typ-2-Diabetes

HELSINKI (mal). Egal, ob jemand dick oder sogar adipös ist, oder ob er zudem eine gestörte Glukosetoleranz hat: Sport vermindert immer das Risiko für Typ-2-Diabetes. Das haben jetzt finnische Kollegen herausgefunden. Wobei auch für Personen mit diesen Risikofaktoren gilt: Je mehr Sport, desto besser!

In ihrer Studie haben Ärzte um Dr. Gang Hu aus Helsinki 2017 Männer und 2352 Frauen ohne Diabetes aufgenommen. Bei allen wurden Daten etwa zur körperlichen Aktivität und zum Body-Mass-Index (BMI) erhoben (Arch Intern Med 164, 2004, 892). Binnen im Mittel 9,4 Jahren wurde bei 120 Studienteilnehmern ein Typ-2- Diabetes diagnostiziert. Die Rate von Personen mit neu diagnostiziertem Diabetes war dabei um so niedriger, je mehr Sport getrieben wurde.

Diese Assoziation bestand auch bei adipösen Personen, bei Personen mit gestörter Glukosetoleranz sowie bei Personen mit beiden Risikofaktoren. So hatten zum Beispiel im Vergleich zu Studienteilnehmern mit Normalgewicht Personen mit einem BMI von mindestens 30 kg/m2, also adipöse Studienteilnehmer, bei nur leichter körperlicher Betätigung eine zehnfach erhöhte, bei mäßiger sportlicher Aktivität eine 7,5fach und bei ausgeprägter sportlicher Betätigung eine nur noch um das Vierfache erhöhte Diabetes-Rate.

Täglich ein 15minütiger Fußmarsch hin zur Arbeit und abends dann wieder zurück plus mindestens vier Stunden Fahrradfahren pro Woche in der Freizeit wurde dabei zum Beispiel als ausgeprägte sportliche Betätigung gewertet.

Adipöse, unsportliche Personen mit gestörter Glukosetoleranz hatten in der Studie im Vergleich zu schlanken Sportlern mit normalen Blutglukosespiegeln eine um den Faktor 30 erhöhte Diabetes-Rate.

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