Ärzte Zeitung, 17.01.2005

Egal, welche Diät Dicke wählen - der Verlust an Pfunden ist gleich

Mehr als fünf Prozent Gewichtsreduktion sind selten

BOSTON (mut). Ob arm an Fett, Kohlenhydraten oder Kalorien - mit allen Diäten erzielen Dicke gleich schlechte Resultate. Ergeben hat das eine US-Studie. Außerdem: Selbst die Dicken, die es schaffen, sich an Diätvorschriften zu halten, nehmen kaum ab.

In der Studie haben 160 Übergewichtige versucht, ein Jahr lang mit einer von vier populären Diäten abzunehmen: der Atkins-Diät (wenig Kohlenhydrate), der Ornish-Diät (vegetarisch, wenig Fett), der Weight-Watchers-Diät (wenig Kalorien) und der Zone-Diät (ungesättigte Fettsäuren, komplexe Kohlenhydrate).

Die Teilnehmer hatten in jeder Gruppe zu Beginn ein Gewicht von im Schnitt 100 kg. Und das änderte sich nur wenig innerhalb eines Jahres - unabhängig von der Art der Diät. Ein großer Teil der Teilnehmer gab vorzeitig auf: Etwa die Hälfte bei der Atkins- und der Ornish-Diät, je ein Drittel bei den anderen Diäten (JAMA 293, 2005, 43).

Und selbst von denjenigen, die eine Jahr lang durchhielten, hielten sich nur die Hälfte gut an die Diätvorschriften. Entsprechend mager war das Diätergebnis: Wer ein Jahr Diät schaffte, verlor im Schnitt zwischen vier kg (Atkins) bis 6,6 kg (Ornish). Bei der kalorienreduzierten Kost waren es 4,6 kg, bei der Zone-Diät knapp fünf. Die Unterschiede zwischen den Gruppen waren nicht signifikant.

Auch Dicke, die sich gut an die Diätvorschriften hielten, nahmen nicht viel ab: im Schnitt sieben kg, und zwar unabhängig vom Diättyp. Besonders dürftig waren die Ergebnisse erwartungsgemäß, wenn auch die Studienabbrecher berücksichtigt wurden: Dann lag der Gewichtsverlust im Schnitt nur zwischen 2,1 kg (Atkins) und 3,3 kg (Ornish).

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Selbst wenn Diätkonzepte noch so plausibel klingen, in der Praxis bringen sie Dicken alle gleich wenig

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Abwarten schlägt Op

Zumindest in den ersten sechs Jahren nach Diagnose haben Männer mit lokalisiertem Prostata-Ca eine bessere Lebensqualität, wenn sie sich nicht unters Messer legen. mehr »

No deal-Brexit? Dieses Szenario lässt NHS-Angestellte schaudern

Je mehr Zeit in ergebnislosen Verhandlungen verrinnt, desto nervöser werden Beschäftigte vor allem im Gesundheitswesen. Ein Brexit ohne Vertrag mit der EU? Im NHS fürchtet man in diesem Fall ein Desaster. mehr »

Der reine Telearzt kommt

Fernbehandlung ohne Erstkontakt in der Praxis? Im Ländle wird dieses Modell jetzt erstmals getestet. Die Kammer dort hat gerade das erste Projekt genehmigt. mehr »