Ärzte Zeitung online, 03.02.2012

Nerven im Verdauungstrakts fördert Adipositas

NANTES/MÜNCHEN (eb). Eine zucker- und fettreiche Diät verhindert die Zerstörung der Nervenzellen des enterischen Nervensystems (ENS) - mehr als 100 Millionen Neuronen entlang des Verdauungstrakts - und fördert dadurch Adipositas.

Das haben Forscher des französischen Instituts für Gesundheitswesen und medizinische Forschung Inserm in Zusammenarbeit mit der TU München herausgefunden.

Die Forscher haben gezeigt, dass die Diät, wenn sie jungen Mäusen verabreicht wird, den Verlust an ENS-Neuronen vorbeugt, während diese Nervenzellen bei den Kontrolltieren verschwinden.

Sie vermuten, dass die Diät, indem sie die natürliche Entwicklung des ENS verhindert, den Verdauungstrakt daran hindert, sich an eine entsprechende Diät im Erwachsenenalter anzupassen.

Schnelle Magenentleerung

Der "junge" Phänotyp des ENS würde so erhalten bleiben und einer Lebensperiode entsprechen, bei der die Nahrungsaufnahme maximal ist.

Bei Tieren, die eine zucker- und fettreiche Diät erhalten, verläuft die Magenentleerung zu schnell. Dadurch nehmen die Sättigungssignale ab und die Nahrungsaufnahme wird erhöht, was die Adipositas-Entwicklung begünstigen könnte.

Das gleiche Phänomen der beschleunigten Magenentleerung wird auch bei Adipositas- Patienten beobachtet.

Topics
Schlagworte
Adipositas (1942)
Innere Medizin (35929)
Organisationen
TU München (525)
Krankheiten
Adipositas (3260)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Sport nach Infarkt kann Leben retten

Wer nach einem Herzinfarkt sportlich aktiv wird oder bleibt, sorgt dafür, dass seine Überlebenschance sich deutlich erhöht, so eine Studie frisch von der EuroPrevent 2018. mehr »

Diese Keime machen Kliniken zu schaffen

Krankenhauspatienten haben einer Umfrage zufolge die größte Sorge, mit einem multiresistenten Keim infiziert zu werden. Häufig eine mediale Dramatisierung, findet ein Hygieneexperte. Einige Erreger bereiten Medizinern aber Kopfzerbrechen. mehr »

Cannabis – das heiße Eisen in der Praxis

Cannabis auf Kassenkosten, da herrscht auch nach einem Jahr noch keine Routine in deutschen Arztpraxen: Verunsicherte Politiker, gespaltene Ärzteschaft und klagende Patienten. Ein Überblick über den Status Quo. mehr »