Adipositas-Chirurgie

Diabetes-Risiko wegschneiden

Diabetes vorbeugen trotz Adipositas - Schwedische Ärzte empfehlen dazu das Skalpell. Damit konnten sie das Risiko für Diabetes um satte 80 Prozent senken.

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260 Kilogramm schwerer Mann auf dem OP-Tisch.

260 Kilogramm schwerer Mann auf dem OP-Tisch.

© Grubitzsch / dpa

GÖTEBORG (rb). Als gutes Mittel für adipöse Patienten, Diabetes vorzubeugen, hat sich in einer Studie das Skalpell erwiesen.

Gastroplastik, Magenband und Magenbypass senken das Risiko adipöser Patienten um 78 Prozent, im Verlauf der folgenden 15 Jahre an Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Liegt bereits ein Prädiabetes mit gestörter Nüchternglukose vor, reduziert die Adipositaschirurgie die Diabetesinzidenz sogar um 87 Prozent, so das Ergebnis einer neuen Studie (NEJM 2012; 367: 695).

"Von 13 fettleibigen Patienten mit bariatrischer Operation blieben zehn von Diabetes verschont", so die Studienautoren.

Der Effekt entspreche mindestens dem Doppelten dessen, was mit Lebensstil-Änderungen bei mäßig adipösen Patienten mit Prädiabetes zu erzielen sei.

Zwanzig versus drei Kilogramm

Die Untersuchung war Teil der "Swedish Obese Subjects" (SOS)-Studie. Ausgewertet wurden Daten von 1658 adipösen Probanden mit und von 1771 Kontrollpersonen ohne Operation (Männer: BMI ab 34, Frauen BMI ab 38).

Keiner der Versuchsteilnehmer hatte zu Beginn der Studie Diabetes. Binnen 15 Jahren Nachbeobachtung lag die Diabetesinzidenz in der Kontrollgruppe bei 28,4 Fällen, unter den Operierten aber nur bei 6,8 Fällen je 1000 Personenjahre.

Der Erfolg korrelierte mit der Gewichtsabnahme. Operativ behandelte Patienten hatten nach Ablauf der Nachbeobachtung durchschnittlich 20 kg verloren. Die Übergewichtigen der Kontrollgruppe speckten nicht mehr als 3 kg ab.

Allerdings hatte die Operation ihren Preis: Drei Patienten starben nach dem Eingriff, 245 erlitten Komplikationen, 46 von ihnen mussten erneut unters Messer.

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