Ärzte Zeitung, 16.07.2018

Kommentar

Raus aus dem Teufelskreis!

Von Elke Oberhofer

Jugendliche abends beizeiten in die Federn zu kriegen, ist eine elterliche Aufgabe, die mit einigem Input verbunden ist. Langfristig steht aber zu hoffen, dass sich die Mühsal lohnt, und zwar gleich in mehrerer Hinsicht: In einer kalifornischen Studie waren Teenager, die insgesamt länger schliefen und nachts seltener aufwachten, deutlich weniger gefährdet, Übergewicht und Bluthochdruck zu entwickeln, als jugendliche Nachteulen.

Die Assoziationen waren zwar, wie die Forscher betonen, auch unabhängig von "Fehlverhalten" wie Bildschirmnutzung oder Fastfood-Konsum robust. Hier beißt sich die Katze aber in den Schwanz: Wer abends lang vor dem Fernseher oder am Handy hängt, kriegt naturgemäß weniger Schlaf ab; abgesehen davon, dass die Schlafqualität ganz bestimmt leidet, wenn der digitale Freund zur Unzeit fiept.

Und wer schlecht geschlafen hat, fühlt sich am nächsten Tag unfit, macht weniger Sport – und füllt die Zeit dann wieder mehr mit ungesunden Tätigkeiten wie Herumsitzen, Chips futtern und Videospielen, was einen wiederum so stark beschäftigt, dass man nicht in die Heia findet.

Die Lösung muss also lauten: Raus aus dem Teufelskreis und digitale Quälgeister zumindest zur Bettzeit aus dem Kinderzimmer verbannen!

Lesen Sie dazu auch:
In 5 Parametern erkannt: Übermüdete Teenager oft auch adipös und hyperton

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