Ärzte Zeitung, 06.01.2016

Forschung

Wo sind die Mäuse hin?

BERLIN. In Grundlagenforschung und vorklinischen Studien verschwinden offenbar regelmäßig Versuchstiere aus den Statistiken.

Zu diesem Schluss kommt ein Team um Professor Ulrich Dirnagl, Leiter der Abteilung für Experimentelle Neurologie an der Charité - Universitätsmedizin Berlin.

Bei der Prüfung hunderter publizierter Versuche aus Krebs- und Schlaganfallforschung seien die Forscher auf mangelnde Transparenz und nachlässige Auswertung von Daten gestoßen, teilt die Charité mit. Es handele sich dabei nicht um Einzelfälle (PLoS Biol 14: e1002331).

Die überwiegende Mehrheit der Publikationen enthalte keine ausreichenden Informationen darüber, wie viele Tiere aufgewendet wurden, um das Forschungsziel zu erreichen.

"Es ist entscheidend, dass sich die Anzahl der Tiere und mögliche Verluste über den Studienzeitraum nachvollziehen lassen. Nur so wird man am Ende realistisch abschätzen können, ob eine Behandlung auch bei Menschen wirksam sein könnte", wird Erstautorin Constance Holman zitiert. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Was Patienten ihrem Arzt verschweigen

Als Arzt muss man damit rechnen, dass Patienten nicht alle gesundheitsrelevanten Infos offenlegen. Wann und warum sie diese verheimlichen, haben Psychologen analysiert. mehr »

Möglicher Prognosemarker entdeckt

Forscher haben einen Biomarker entdeckt, der bei Prostatakrebs-Patienten früh auf einen aggressiven Verlauf hinweisen könnte – und ein Computermodell entwickelt, das bei der Vorhersage hilft, wie sich der Tumor entwickelt. mehr »

Gewichtheben enttarnt Koronaranomalie

Krafttraining zur KHK-Prävention: Das funktionierte bei einem jungen Gewichtheber – allerdings auf unvorhergesehene Weise. mehr »