Ärzte Zeitung, 12.04.2017

Screening

Embolie-Verdacht bei COPD

Von Beate Schumacher

Sollte bei Patienten mit akut exazerbierter COPD (AECOPD) öfter eine CT-Pulmonalisangiografie (CTPA) angefordert werden? Immerhin lässt sich laut einer Metaanalyse bei jedem Sechsten eine Lungenembolie entdecken. Bei stationär behandelten Patienten wurden sogar Quoten bis zu 30 Prozent festgestellt.

Gegen ein ausgedehntes Screening spricht derzeit nicht nur der mögliche Schaden durch Strahlung oder Kontrastmittel. Es ist außerdem noch offen, ob alle AECOPD-Patienten mit entsprechendem CTPA-Befund von einer Antikoagulation profitieren.

Der Metaanalyse zufolge könnten die Befunde aufgrund der Lokalisation bei jedem dritten Patienten klinisch irrelevant sein; eine tiefe Venenthrombose war insgesamt nur bei zehn Prozent der Patienten festgestellt worden.

Bis der Nutzen der CTPA für diese Patienten besser geklärt ist, gilt es vor allem, die Lungenembolie als mögliche Differenzial- oder Ko-Diagnose der AECOPD im Kopf zu haben. Besonders gefährdet erscheinen Kranke mit einer atypischen AECOPD, also ohne Hinweise auf eine Atemwegsinfektion, mit pleuritischen Schmerzen oder Herzinsuffizienzzeichen, und vermutlich auch Patienten mit einer venösen Thromboembolie in der Anamnese. Sie sind nach derzeitigem Wissen diejenigen, die am ehesten von einer Bildgebung profitieren.

Lesen Sie dazu auch:
Differenzialdiagnostik: CT-Angiografie bei unklarer COPD-Exazerbation?

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