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Experten warnen

Problem-Pflanzen und Klimawandel fördern Asthma

Vor dem Welt-Asthma-Tag am 2. Mai warnt ein Berliner Allergieforscher vor dem unbewussten Einschleppen neuer Problem-Pflanzen. Denn viele Menschen in Deutschland mit Pollenallergie leiden auch unter Asthmasymptomen.

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Die Pollen von Olivenbäumen sind eines der Hauptallergene in Südeuropa, so der Leiter des Allergie-Centrums der Berliner Charité, Torsten Zuberbier.

Die Pollen von Olivenbäumen sind eines der Hauptallergene in Südeuropa, so der Leiter des Allergie-Centrums der Berliner Charité, Torsten Zuberbier.

© Casarsa / iStock

BERLIN. "Ein Trend in Gartenmärkten ist zum Beispiel die Japanische Zeder, eines der Hauptallergene in Japan", sagte der Leiter des Allergie-Centrums der Berliner Charité, Torsten Zuberbier, der Deutschen Presse-Agentur. Und: "Olivenbäume stehen in jedem Café." Dabei seien Olivenpollen eines der Hauptallergene in Südeuropa.

Der Wissenschaftler appellierte, es sei dringend mehr Forschung nötig, um solche Trends erkennen und bei Allergikern auch testen zu können. "Das wird leider immer noch bagatellisiert", so Zuberbier. Zulassungen für Hauttests seien kompliziert: "Man kann Menschen in Deutschland noch nicht einmal auf ihre Reaktion auf Olivenpollen testen", sagte Zuberbier.

Zugleich weist der Experte auf die Gefahr durch zunehmend aggressive Pollen insbesondere in Städten hin. Im Zuge des Klimawandels sei mit einer weiteren Verbreitung von Allergien und dadurch bedingtem Asthma in der Bevölkerung tzuz rechnen.

"Es gibt ganz klare Daten: In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Pollensaison in Deutschland schon deutlich verlängert. Aber sie ist auch intensiver geworden", sagt der Leiter des Allergie-Centrums der Berliner Charité, Torsten Zuberbier.

"Patienten berichten uns, dass ihre Symptome von Jahr zu Jahr schlimmer werden", berichtet auch die Direktorin des Instituts für Umweltmedizin des Helmholtz Zentrums München und der TU München, Claudia Traidl-Hoffmann. Besonders betroffen sieht sie zwei Gruppen: Kinder und Senioren. "Wir sehen einen Anstieg von Ekzemen und Allergien bei älteren Menschen über 70 Jahren", sagt Traidl-Hoffmann. Menschen, die ein Leben lang beschwerdefrei waren, bekämen nun vermehrt eine Allergie.

Als einen Grund dafür sehen die Experten neben einem veränderten Lebensstil der Menschen einen klaren Zusammenhang zu Umweltbedingungen, die vom Klimawandel maßgeblich beeinflusst werden. Mehrere Faktoren zusammen sorgten für einen stärkeren und stärker reizend wirkenden Pollenflug, aber auch eine größere Empfänglichkeit beim Menschen.

"Pollen, die im städtischen Bereich in der Nähe von Hauptstraßen gebildet werden, sind mit Dieselrußpartikeln besetzt und dadurch für die Atemwege indirekt aggressiver", erläutert Zuberbier. Hinzu komme: Pflanzen wie Gräser und Kräuter, die zum Beispiel an Hauptverkehrsstraßen wachsen und dort viel CO2 ausgesetzt sind, stoßen verstärkt Pollen aus.

Untersuchungen von Traidl-Hoffmann bestätigen dies. Sie und ihre Kollegen setzen Pflanzen in Gewächshäusern Bedingungen aus, wie sie in Zukunft erwartet werden. "Unter Trockenstress, Ozon-, CO2- und Stickoxidbelastung setzen Pflanzen vermehrt Allergene frei, was dann auch dazu führt, dass mehr Symptome entstehen. Aber auch alle empfindungsfördernden Substanzen schüttet die Pflanze unter diesen klimatischen Stressbedingungen vermehrt aus." Setzt sich der Klimawandel so fort wie prognostiziert, erwarten die Experten ganzjährige Beschwerden bei Betroffenen. Und eine weitere Zunahme der Pollenallergien.

Wie das allein bei Menschen, die gegen Beifußblättriges Traubenkraut (Ambrosia) allergisch sind, aussehen könnte, haben Forscher europäischer Hochschulen hochgerechnet. Demnach könnte sich die Zahl der Betroffenen in Europa bis zum Jahr 2060 mehr als verdoppeln – auf bis zu 77 Millionen, berichteten sie im vergangenen Jahr im Fachblatt "Environmental Health Perspectives". Ursachen sind danach der Klimawandel und die dadurch begünstigte Ausbreitung der eingeschleppten Pflanze. Die größten Zuwächse sind laut Studie unter anderem in Deutschland zu erwarten. (dpa)

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