Ärzte Zeitung, 23.03.2005

Memory-Ambulanz soll Versorgung dementer Patienten verbessern

Einrichtung in Stuttgart soll helfen, Selbständigkeit der Patienten zu erhalten

STUTTGART (mm). Mit einer neuen Memory-Ambulanz am Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus soll die Versorgung dementer Patienten in Baden-Württemberg verbessert werden.

Vor allem die Zusammenarbeit zwischen der Klinik und den behandelnden Hausärzten sei wichtig für das Gelingen des Projektes, so AOK-Chef Rolf Hoberg. Ihre Aufgabe sei es, die Empfehlungen der Ambulanz im Hinblick auf Weiterbetreuung und Medikation eines Patienten aufzugreifen. Nur so könne jedem Patienten individuell eine durchgängige und abgestimmte Betreuung geboten werden, sagt Dr. Petra Koczy, Psychologin am Robert-Bosch-Krankenhaus.

Mit der Memory-Ambulanz verfolge die AOK das Ziel, eine Versorgungslücke zu schließen, so Hoberg. Die Selbständigkeit der Patienten in ihrem vertrauten Wohnumfeld soll möglichst lange erhalten, Krankenhausaufenthalte sollen vermieden werden. Ein Team von Ärzten aus verschiedenen Fachbereichen wie Neurologie, Psychiatrie, Innere Medizin und Geriatrie sowie Psychologen und Sozialarbeitern kümmern sich in der Ambulanz um die Patienten und ihre Angehörigen.

Für geeignete Patienten biete die Memory-Ambulanzen zudem ein ambulantes Therapieangebot an. Koczy: "Unseren Patienten stehen Ergo- und Bewegungstherapie, Psychotherapie, kognitive Aktivierung und Biographiearbeit zur Verfügung." Für Angehörige gebe es Angehörigengruppen, in denen es um medizinisch-psychiatrische Informationen, Beratung und Erfahrungsaustausch gehe. In der Memory-Ambulanz des Robert-Bosch-Krankenhauses werden jährlich bis zu 200 Versicherte der AOK untersucht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »