Ärzte Zeitung, 05.10.2005

Regelmäßiger Sport schützt Hirn vor Demenz

Schwedische Studie

LONDON (dpa). Sportlich aktive Menschen erkranken einer schwedischen Studie zufolge seltener an Demenzen. Wer im mittleren Alter mindestens zwei Mal wöchentlich aktiv ist, hat zum Beispiel ein um 60 Prozent verringertes Risiko, an Morbus Alzheimer zu erkranken.

Wie Wissenschaftler vom Aging Research Centre des Karolinska Instituts in Schweden in der aktuellen Ausgabe von "Lancet Neurology" berichten, wirke Sport bei genetisch vorbelasteten Menschen sogar noch ausgeprägter gegen den Ausbruch der Krankheit.

An der Studie haben 1449 Menschen zwischen 65 und 79 Jahren teilgenommen, die vor 18 bis 23 Jahren nach ihrem Freizeitverhalten und Gesundheitsstatus befragt worden waren. 117 von ihnen litten mittlerweile an Demenz, 76 davon hatten Alzheimer.

Dabei waren Menschen, die sich in den Befragungsjahren als sportlich aktiv beschrieben hatten, deutlich seltener betroffen - unabhängig von anderen Faktoren wie Geschlecht, Alkohol- und Zigarettenkonsum oder Bildungsniveau.

Die Forscher geben verschiedene Erklärungsmöglichkeiten. So sei regelmäßige Bewegung gut für das Herz- und Kreislaufsystem - und wirke gegen Faktoren wie Übergewicht und Diabetes, die nachweislich den Ausbruch von Demenzen beeinflussen würden. Zudem seien neurobiologische Mechanismen denkbar. Außerdem sei sportliche Aktivität oft Ausdruck einer gesundheitsorientierten Lebenseinstellung.

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