Direkt zum Inhaltsbereich

Bei Kinder mit Diabetes ist Therapie mit Insulin lispro besonders flexibel

HAMBURG (hbr). Essen und Bewegungsdrang sind bei Kindern und Jugendlichen nur begrenzt planbar. Eine Insulintherapie für Kinder mit Typ-1-Diabetes muß deshalb flexibel sein. Dafür eignet sich das kurzwirksame Insulin lispro.

Veröffentlicht:

Gerade bei Kleinkindern ließe sich kaum vorhersagen, wieviele Kohlenhydrate sie bei der nächsten Mahlzeit verzehren würden, sagte der Kinderdiabetologe Professor Thomas Danne vom Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover. "Welches Kind weiß schon, ob die Spaghetti heute genauso schmecken wie sonst?", sagte Danne bei einer Veranstaltung des Unternehmens Lilly in Hamburg. Das Berechnen der Insulinmenge, die vor dem Essen gespritzt wird, ist also schwierig. Essen die Kinder anschließend zuviel, dann steigt der Blutzucker zu stark. Essen sie zu wenig, droht eine Hypoglykämie. Ein ähnliches Problem stelle sich auch bei der schwer kalkulierbaren Nahrungsaufnahme alter Menschen, die unter Umständen sogar nach dem Spritzen das Essen vergessen, so der Diabetologe.

Bei Kindern wie bei alten Menschen in den genannten Situationen bietet das kurzwirksame Insulin lispro (Humalog®) Vorteile: Es wirkt schneller und kürzer als Normalinsulin. Ein Spritz-Eß-Abstand kann entfallen. Die Injektion kann direkt vor dem Essen erfolgen, aber auch direkt danach, wenn klar ist, wieviel gegessen wurde.

Das belegte eine Studie mit 61 Kindern unter 11,5 Jahren, die als Mahlzeitenbolus vor dem Essen Normal-insulin oder Insulin lispro erhielten. Eine dritte Gruppe verwendete das Insulinanalogon nach dem Essen. In dieser dritten Gruppe war die Blutglukose zwei Stunden nach dem Essen um 65 mg/dl gestiegen, deutlich weniger als mit Normalinsulin (88 mg/dl). Wurde das Insulinanalogon vor dem Essen injiziert, ergab das erwartungsgemäß mit nur 23 mg/dl Zunahme die besten Blutglukosewerte.

In einer anderen, doppelblinden, randomisierten Crossover-Studie injizierten Jugendliche vor dem Abendessen eine identische Dosis eines Normalinsulins oder des Analogons. Erwartungsgemäß war der Insulinspitzenwert des Analogons zunächst höher. Im weiteren Nachtverlauf aber lag der mittlere Insulinspiegel mit 146 pmol/l deutlich unter dem Wert des Normalinsulins mit 184 pmol/l. Damit ist auch das Unterzuckerungsrisiko niedriger, sagte Danne. Die Verwendung beim Abendessen könne sinnvoll sein, wenn Familien spät essen und das Kind Probleme mit nächtlichen Unterzuckerungen hat. Ein weiterer Vorteil des Analogons: Es kann auch in der Insulinpumpen-Therapie eingesetzt werden.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Neue Terminologie

Warum PCOS zu PMOS wurde und was das mit Diabetes zu tun hat

Akuter ischämischer Insult oder TIA

Schützt GLP-1-Rezeptoragonist vor frühen Schlaganfall-Rezidiven?

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Digitale Helfer

KI im Alltags-Check: So urteilen zwei Kollegen

Schmerzen verhindern

Das sind die aktuellen medikamentösen Ansätze bei Endometriose

Lesetipps
Eine junge Frau hält steht vor dem Meer und hält in der einen Hand eine Brille, in der anderen eine Kontaktlinsen-Dose.

© Krakenimages.com / Stock.adobe.com

Tipps für den Strandbesuch

Nicht mit Kontaktlinsen zum Schwimmen!

Ein Kardiologe bei der Durchführung einer Katheterablation mit Radiofrequenzenergie unter Verwendung eines Bildgebungssystems mit einer Fluoroskopie-Röntgenröhre für interventionelle Gefäßverfahren und Elektrophysiologie.

© Damian / stock.adobe.com

Signifikant höhere Erfolgsquote

Persistierendes Vorhofflimmern: Müssen die Leitlinien geändert werden?