Ärzte Zeitung, 09.02.2005

KOMMENTAR

Attraktive Lebendspende

Von Heinz Dieter Rödder

Die Transplantation von Insel-Zellen ist eine Methode, auf die sich große Hoffnung richtet für eine Therapie von Diabetikern, deren eigene InselZellen kein Insulin mehr produzieren können.

Bisher konnten Insel-Zellen zur Transplantation nur aus Toten gewonnen werden. Und der Aufwand ist beträchtlich: Die Präparate mußten möglichst frisch sein und schnell aufgearbeitet werden. Für die Isolierung und Reinigung wurden aufwendige Verfahren entwickelt, die InselZellen besonders schützen.

Dies gilt auch für die Verwendung moderner steroidfreier Immunsuppressiva. Erste Erfahrungen in Edmonton in Kanada und auch in Deutschland lassen damit vielversprechende Resultate erwarten. Etwa die Hälfte der Patienten brauchen bereits seit über einem Jahr kein Insulin mehr.

Grundvoraussetzung für den Erfolg solcher Therapien ist aber wie bei anderen Transplantationen, daß genügend biologisches Gewebe zur Transplantation zur Verfügung steht. Hier könnte die Insel-Zell-Lebendspende unter nahen Verwandten, die jetzt erstmals gelungen ist, eine attraktive Möglichkeit sein. Gelänge es die Insel-Zell-Lebendspende zu etablieren wie bei anderen Organ-Spenden auch, ließe sich damit ein Engpaß an Organen vermindern.

Lesen Sie dazu auch:
Insel-Zellen lebend gespendet

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