Wer muss wann, wie oft den Blutzucker messen?

HAMBURG (ugr). Die regelmäßige Blutzucker-Selbstkontrolle ist die Basis für ein selbst bestimmtes Leben mit Diabetes. Sie hilft, Stoffwechsel-Entgleisungen zu vermeiden oder so rechtzeitig zu erkennen, dass rasch die nötigen Schritte eingeleitet werden können. Doch das Selbstmanagement sieht bei jedem Patienten anders aus.

Veröffentlicht:

Es muss daher in Schulungen und bei Arztkontakten erlernt werden, erinnerte Professor Michael A. Nauck vom Diabeteszentrum Bad Lauterberg beim Diabetes-Kongress in Hamburg. Die Selbstkontrolle ist eine wesentliche Grundlage, möglichst normale Blutzuckerwerte im Alltag zu erreichen. Sie dient dem rechtzeitigen Erkennen von Hypoglykämien, der Einschätzung und Vermeidung von Gefahren beim Autofahren, bei körperlichen Anstrengungen oder nach Alkoholgenuss sowie der raschen Korrektur bei zu niedrigen oder zu hohen Blutzuckerwerten, so Nauck bei einem Symposium des Unternehmens Braun.

Viele Patienten messen jedoch entweder zu oft oder zu selten ihren Blutzucker. Während einer intensivierten Insulintherapie sollte viermal täglich vor den großen Mahlzeiten und zusätzlich bei besonderen Situationen der Blutzuckerspiegel überprüft werden. Nauck: "Oft messen Patienten außerdem postprandial bei wieder sinkendem Spiegel und spritzen zusätzlich Insulin - dann rauscht der Blutzucker in den Keller und eine Hypoglykämie droht."

Art und Häufigkeit einer sinnvollen Stoffwechsel-Selbstkontrolle unterscheiden sich je nach Diabetestyp, Behandlungskonzept und individuell von Patient zu Patient, wie Nauck sagt. Bei Diabetikern mit medikamentöser oraler Behandlung mit regelmäßigem Tagesablauf und stabilem Nüchternblutzucker zwischen 95 und 107 mg/dl genügen repräsentative Messungen alle ein bis zwei Wochen; Typ-1-Diabetikerinnen während der Schwangerschaft müssten aber mehrmals täglich den Stoffwechsel kontrollieren, so Nauck.

Dies führt zu extremen Schwankungen beim Teststreifenbedarf: Gut eingestellte, nicht-insulinpflichtige Typ-2-Diabetiker kommen mit etwa 50 Teststreifen im Quartal aus, Diabetiker mit einer intensivierten Insulintherapie brauchen bis zu 1000.

Ihr Newsletter zum Thema
Lesen sie auch
Mehr zum Thema

Innovative Diabetestherapie

Nicht-peptidische GLP-1-Rezeptoragonisten am Start

Unterzuckerung geht auf Herz und Nieren

Typ-2-Diabetes: Organschäden auch bei Hypoglykämien

Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung

Was tun, wenn Unterzucker nicht bemerkt wird?

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Medizinischer Infusions-Tropf mit buntem Hintergrund

© Trsakaoe / stock.adobe.com

Hochdosis-Therapie

Vitamin C bei Infektionen und Long-COVID

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Maximale Vitamin-C-Blutspiegel nach oraler (blau) und parenteraler (orange) Tagesdosis-Gabe.

© Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH

Vitamin-C-Infusion

Parenterale Gabe erzielt hohe Plasmakonzentrationen an Vitamin C

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Abb. 2: Schneller Wirkeintritt von Naldemedin im Vergleich zu Placebo in den Studien COMPOSE-1 und COMPOSE-2

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [15]

Opioidinduzierte Obstipation

Selektive Hemmung von Darm-Opioidrezeptoren mit PAMORA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Viatris-Gruppe Deutschland (Mylan Germany GmbH), Bad Homburg v. d. Höhe
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Systematisches Review

Kortikosteroide bei schwerer Pneumonie wahrscheinlich nützlich

Lesetipps
Eine Frau fässt sich mit den Händen an die Brust

© Art_Photo / stock.adobe.com

Unterschiede der Geschlechter

Herzinfarkte und Ischämie bei Frauen: Was ist wirklich anders?