Ärzte Zeitung, 25.08.2011
 

Blutzuckerkontrolle muss besser werden

Vier von fünf Diabetikern in Deutschland messen regelmäßig ihren Blutzucker. Den Messungen fehlt aber oft Struktur, und die Daten werden nicht ausreichend für die Therapie genutzt, belegt eine repräsentative Umfrage.

Blutzuckerkontrolle muss besser werden

DÜSSELDORF (eis). Für den "Diabetes Management Report Deutschland 2010" wurden im vergangenen Jahr 1004 Diabetiker (13 Prozent Typ 1 und 84 Prozent Typ 2) zur Blutzuckerselbstkontrolle (BZSK) befragt, berichtet Professor Theodor Koschinsky aus Düsseldorf (Diabetes, Stoffwechsel und Herz 2011; 20: 135).

Gut vier von fünf der Befragten gaben dabei an, ihren Blutzucker regelmäßig zu messen, mehrmals täglich messen dabei 70 Prozent der Typ-1- und 23 Prozent der Typ-2-Diabetiker.

Von den Patienten mit regelmäßigen Messungen berichteten 44 Prozent, den Blutzucker nur nach einem starren Schema nüchtern vor dem Frühstück zu messen. 22 Prozent bestimmten den Zucker ereignisgesteuert. Weitere 13 Prozent messen nur, wenn es ihnen nach ihrem Gefühl nötig erscheint.

"Nur 14 Prozent messen regelmäßig strukturiert über den ganzen Tag, um Tagesprofile zu erstellen", kritisiert Koschinsky. Diesen Anteil der Patienten gelte es, durch Aufklärung und Schulung weiter zu erhöhen, um das Verständnis für die Zusammenhänge der Diabetestherapie zu fördern.

Die gemessenen Werte werden dabei nur von knapp zwei Dritteln der Patienten "fast immer" dokumentiert. Jeder Zehnte notiert die Werte hin und wieder und ein Viertel dokumentiert die Werte nie. Zur Dokumentation nutzten 87 Prozent ein handschriftliches Tagebuch und nur 12 Prozent ein elektronisches Dokumentationssystem. Jeder dritte Patient mit einer Dokumentation berichtete zudem, die Werte niemals auszuwerten.

Doch auch Ärzte nutzen die Aufzeichnungen ihrer Patienten noch zu selten für die Therapiesteuerung: Nur bei 54 Prozent schaute sich ein Arzt oder ein Diabetesberater das Diabetestagebuch an und nur 39 Prozent der Patienten wurde erklärt, wie sie eigenständig ihre Werte und Verläufe analysieren können. Bei immerhin 75 Prozent der Befragten mit BZSK nutzten aber der Arzt und sein Team die Werte für Empfehlungen zur Therapie.

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