Ärzte Zeitung, 02.10.2012

Da ist was dran

Schlank im Schlaf

OTTAWA (St). Chronischer Schlafmangel und Adipositas hängen zusammen, betonen kanadische Forscher.

Schlafdefizite fördern Essgelüste und bringen einige Komponenten durcheinander, die den Appetit kontrollieren: So sinkt der Leptinspiegel, während Ghrelin und Kortisol ansteigen. Zudem verändert sich die Blutzuckerhomöostase, und das Orexin-System wird aktiviert.

Welchen Vorteil Schlaf hat, zeigen Untersuchungen mit übergewichtigen Erwachsenen, die 14 Tage unter eine moderate Diät gesetzt wurden (CMAJ 2012; online 17. September).

Die Probanden verloren mit der gleichen Diät im Schnitt 3 kg an Gewicht. Bei 8,5 Stunden Schlaf täglich wurden aber 55 Prozent davon als Fett abgebaut, bei 5,5 Stunden Schlaf waren dies nur 25 Prozent.

Studiendaten belegen zudem, dass Ausgeschlafene im Vergleich sportlich aktiver sind und weniger Verlangen nach Snacks haben.

Wer also abspecken oder sein Gewicht halten will, der muss offenbar auch für genügend Schlaf sorgen. Es lohnt sich, so die Autoren, übergewichtige Patienten nach Schlafstörungen zu fragen.

Bestätigt sich ein Schlafproblem, ist natürlich auch an Schlafräuber wie Stress, Depression, psychosoziale Probleme, chronische Krankheiten oder Alkohol zu denken.

Manchmal genügt es schon, Fernsehgewohnheiten, Arbeitsbedingungen oder den Weg zur Arbeit einer Prüfung zu unterziehen, um mehr Zeit für Ruhe zu gewinnen.

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