Ärzte Zeitung, 10.06.2016

Anti-Aging

Gesund altern mithilfe von Metformin?

Gesund altern - die Bausteine dazu heißen individualisierte Medizin und Präzisions-Prävention.

BERLIN. Metformin ist nicht nur ein altbekanntes, gut erforschtes Antidiabetikum, sondern vielleicht auch das Anti-Aging-Mittel der Zukunft, das Menschen ein längeres Leben ermöglichen kann.

In den USA wurde eine Studie auf den Weg gebracht, in der sechs Jahre lang die Wirkungen von Metformin bei 65- bis 79-Jährigen mit schweren Vorerkrankungen und Risikofaktoren auf die Morbidität untersucht werden soll. Genährt werden die Hoffnungen durch Untersuchungen, die zeigen, dass bei über 70-jährigen Typ-2-Diabetikern die Morbidität mit Metformin deutlich niedriger liegt als bei Menschen ohne Diabetes.

Eine Wunderwaffe für alle Menschen werde Metformin sicher nicht, so Experten beim Ärzteforum zum Thema "Gesund altern". Aufgrund der Nebenwirkungen von Metformin werden nicht alle alten Menschen von dem Wirkstoff profitieren. Individualisierte Medizin sei ein Baustein des gesunden Alterns. Weitere seien Sport und richtige Ernährung. Für eine individuelle Präzisions-Prävention fehlt nach Aussagen von Wissenschaftlern der Uniklinik Rostock jedoch noch die Kenntnis der Bio-Marker, die mit einem langen gesunden Leben korrelieren. Bei der Alterns- und Versorgungsforschung sowie bei Interventionen dürfe der Fokus nicht allein auf der Lebenspanne, sondern müsse auch auf der Lebensqualität liegen. Darin waren sich Vertreter von Forschung, Politik und Pharmaunternehmen einig. Die zu messen und zu definieren sei allerdings schwierig.

Nicht nur Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des GBA, forderte, dass bestimmte Bevölkerungsschichten früher auf Prävention angesprochen werden müssen. "Sonst produzieren wir eine Lawine, die auf uns zurollt und die uns überrollt", so Hecken. (juk)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Demenz oder Depressionen?

Benennen ältere Patienten von sich aus kognitive Defizite, sollten Ärzte hellhörig werden: Häufig liegt dann keine Demenz, sondern eine Depression vor. mehr »