Diabetes

12 ausgewählte Kurse, 28 Punkte: In der Sommerakademie von Springer Medizin können Sie schnell und effizient CME-Punkte für Ihre hausärztliche Fortbildung sammeln. Zur Teilnahme benötigen Sie das Fortbildungspaket. Sie erhalten damit 60 Tage Zugriff auf die Sommerakademie zum Preis von nur 29 €: www.springermedizin.de/cme-sommerakademie-teilnehmen
Modul: Ernährung bei Diabetes mellitus Typ 2

Ärzte Zeitung online, 18.06.2019

Typ-1-Diabetes

Essstörungen nicht übersehen!

Bei jungen Diabetespatientinnen sollen Ärzte und Familie stärker auf Anzeichen von Essstörungen achten.

BERLIN. Essstörungen treten bei jungen Patientinnen mit Typ-1-Diabetes zwei- bis dreimal häufiger auf als bei gesunden Frauen, teilen die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) mit.

Vor allem die Bulimie sei bei jungen Frauen mit Typ-1-Diabetes besonders verbreitet. Die Betroffenen hoffen, Gewicht zu verlieren, indem sie zeitweise darauf verzichten, sich Insulin zu spritzen. Damit riskieren sie unumkehrbare Schäden an Nerven und Gefäßen und im schlimmsten Fall sogar ihr Leben.

„Durch den Diabetes müssen sich Mädchen und junge Frauen täglich mit Inhalt und Menge des Essens auseinandersetzen“, wird Susan Clever, Diplom-Psychologin aus Hamburg, in der Mitteilung der beiden Gesellschaften zitiert.

„Gerade in der Pubertät ist die Gefahr groß, dass Maßnahmen, die den Diabetes behandeln sollen, in ein krankhaftes Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper führen.“

Auch Therapie gefährdeet

Viele Menschen legen auch an Gewicht zu, wenn sie eine Insulintherapie beginnen, erinnert die Psychologin. Hinzu kommen der tägliche Stress, den die Erkrankung verursacht, ein geringes Selbstwertgefühl und eventuell beschämende Aussagen von Mitschülern und Freunden – die Patientinnen flüchten sich in ein gestörtes Essverhalten.

Die Expertin aus der Diabetespraxis Blankenese weiß, dass durch Essstörungen auch die Therapie des Diabetes gefährdet ist: Diese Patientinnen essen unregelmäßig und messen ihren Blutzucker seltener.

„Da die Betroffenen aus Scham nicht über ihre Erkrankung sprechen, sind Ärzte und Angehörige gefragt, bei jungen Patientinnen mit Typ-1-Diabetes verstärkt auf Anzeichen von Essstörungen zu achten“, sagt Clever.

Schwankendes Körpergewicht und sehr hohe Blutzuckerwerte können ein wichtiger Hinweis sein. Auch wenn eine Patientin ihren Blutzucker nur selten misst oder mehrere Messgeräte dafür benutzt, sollten Eltern und Behandler nachforschen. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Notfallpläne heiß ersehnt

Eine neue Hitzewelle hält Deutschland in Atem. Ärzte schlagen Alarm: Die Versorgung ist nicht auf solche Extremsituationen vorbereitet – ein Aktionsplan muss her! mehr »

Böser Bambusbecher?

Nachhaltig, umweltfreundlich, ein Naturprodukt: Produzenten loben ihre Bambustrinkbecher in höchsten Tönen. Anders sieht es die Stiftung Warentest. mehr »

Brustschmerzen selten Krebs-Hinweis

Bei Frauen mit isoliertem Brustschmerz können sich Ärzte in der Regel eine aufwendige Tumordiagnostik sparen. Das geht aus einer kanadischen Analyse hervor. mehr »