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Typ-1-Diabetes

Essstörungen nicht übersehen!

Bei jungen Diabetespatientinnen sollen Ärzte und Familie stärker auf Anzeichen von Essstörungen achten.

Veröffentlicht:

BERLIN. Essstörungen treten bei jungen Patientinnen mit Typ-1-Diabetes zwei- bis dreimal häufiger auf als bei gesunden Frauen, teilen die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) mit.

Vor allem die Bulimie sei bei jungen Frauen mit Typ-1-Diabetes besonders verbreitet. Die Betroffenen hoffen, Gewicht zu verlieren, indem sie zeitweise darauf verzichten, sich Insulin zu spritzen. Damit riskieren sie unumkehrbare Schäden an Nerven und Gefäßen und im schlimmsten Fall sogar ihr Leben.

„Durch den Diabetes müssen sich Mädchen und junge Frauen täglich mit Inhalt und Menge des Essens auseinandersetzen“, wird Susan Clever, Diplom-Psychologin aus Hamburg, in der Mitteilung der beiden Gesellschaften zitiert.

„Gerade in der Pubertät ist die Gefahr groß, dass Maßnahmen, die den Diabetes behandeln sollen, in ein krankhaftes Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper führen.“

Auch Therapie gefährdeet

Viele Menschen legen auch an Gewicht zu, wenn sie eine Insulintherapie beginnen, erinnert die Psychologin. Hinzu kommen der tägliche Stress, den die Erkrankung verursacht, ein geringes Selbstwertgefühl und eventuell beschämende Aussagen von Mitschülern und Freunden – die Patientinnen flüchten sich in ein gestörtes Essverhalten.

Die Expertin aus der Diabetespraxis Blankenese weiß, dass durch Essstörungen auch die Therapie des Diabetes gefährdet ist: Diese Patientinnen essen unregelmäßig und messen ihren Blutzucker seltener.

„Da die Betroffenen aus Scham nicht über ihre Erkrankung sprechen, sind Ärzte und Angehörige gefragt, bei jungen Patientinnen mit Typ-1-Diabetes verstärkt auf Anzeichen von Essstörungen zu achten“, sagt Clever.

Schwankendes Körpergewicht und sehr hohe Blutzuckerwerte können ein wichtiger Hinweis sein. Auch wenn eine Patientin ihren Blutzucker nur selten misst oder mehrere Messgeräte dafür benutzt, sollten Eltern und Behandler nachforschen. (eb)

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