Direkt zum Inhaltsbereich

Studie

Baby belastet Mamas Psyche

Regretting Motherhood? Jede dritte Frau fühlt sich nach der Geburt eines Kindes mental schlechter, so das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Die Erklärung der Analysten hat mit dem Mutterbild zu tun.

Veröffentlicht:
Viele Mütter fühlen sich Jahre nach der Geburt ihres Kindes schlechter als vorher.

Viele Mütter fühlen sich Jahre nach der Geburt ihres Kindes schlechter als vorher.

© BillionPhotos.com / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen)

BERLIN. In den Jahren nach einer Geburt verschlechtert sich das mentale Wohlbefinden vieler Frauen einer Studie zufolge deutlich. Annähernd jede Dritte (29,5 Prozent) der befragten Frauen erlebte in den ersten sieben Jahren der Mutterschaft eine "substanzielle Verschlechterung", wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin hervorgeht.

Die Forscher stellten aber auch den umgekehrten Effekt fest: Rund jede fünfte Frau (19 Prozent), die Mutter geworden war, fühlte sich in den Jahren danach deutlich besser.

Abgefragt wurde etwa, wie oft Frauen sich wegen seelischer Probleme zurückzogen, wie oft sie sich niedergeschlagen oder ausgeglichen fühlten und wie häufig sie voller Energie waren. Die Effekte gingen über normale Schwankungen von Jahr zu Jahr hinaus, erklärte DIW-Wissenschaftler Marco Giesselmann.

Die Ergebnisse ließen sich auch nicht allein durch das Altern erklären: In einer Vergleichsgruppe kinderloser Frauen verschlechterte sich das Wohlbefinden zwar ebenfalls, allerdings weniger ausgeprägt.

Kinderbetreuung gegen den Blues?

Die Verschlechterung trat bei betroffenen Frauen insbesondere in den Jahren vier bis sieben nach der Geburt auf. "Wir erklären uns das so, dass das Leitbild der erwerbstätigen Mutter insbesondere in dieser Phase drängend wird und dass es in dieser Phase zu einem Spannungsverhältnis und den gesundheitsbezogenen Beeinträchtigungen kommt", erklärte Giesselmann.

Aus Sicht des DIW könnten ein Ausbau der Kinderbetreuung und eine Abschaffung des Ehegattensplittings Mütter potenziell entlasten.

Die Untersuchung basiert auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) aus den Jahren 2002 bis 2016. Die Haushalte in Deutschland machen dafür etwa Angaben zu Einkommen, Bildung und Gesundheit – derzeit sind es laut DIW 15 000.

Anstoß der Studie war die Debatte von 2015 über das Tabu-Thema, Mutterschaft zu bereuen. Diese Thematik löste unter dem #regrettingmotherhood (englisch für die Mutterschaft bereuen) einen viel diskutierten Trend bei Twitter aus. Viele Mütter berichteten darüber, dass sie es bereuen, ein Kind bekommen zu haben oder generell von den schlechten Seiten der Mutterschaft. (dpa/ajo)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Frühe Tumorstadien

Brustkrebs-Rezidivrisiko: KI kann Multi-Gentest ersetzen oder ergänzen

Frauen im Nachteil

Körperliche Untersuchung wird bei LUTS oft vernachlässigt

Das könnte Sie auch interessieren
Woman with diabetes standing on top of the hill and looking at camera

© Getty Images

Impflücken bei Chronikern

Grippeimpfung bei Diabetes: Risiko für Folgen senken

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Die vergessene Reiseimpfung

© Milo Zanecchia | Getty Images

Impfen in der Praxis

Die vergessene Reiseimpfung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

© SrdjanPav | Getty Images

Impfkommunikation

„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Folgen einer Fehldiagnose bei Menschen mit einer Seltenen Erkrankung (SE), die angaben, dass ihre SE oder die SE einer von ihnen betreuten Person mindestens einmal falsch diagnostiziert wurde (n=4.756)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neuromyelitis-Optica-Spektrum-Erkrankungen

Weshalb das rechtzeitige Erkennen und Behandeln wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

© William / Generated with AI / Stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Neuklassifikation

Unkomplizierte und komplizierte Harnwegsinfektion? Das war einmal!

Lesetipps
Aufnahme der Stirn des Mannes mit atypischen Stirnfalten.

© Uwe Wollina

Kasuistik

Atypische Stirnfalten: Wo kommen sie her?