Ärzte Zeitung, 11.02.2004

KOMMENTAR

Die Hölle der Psoriasis-Patienten

Von Ursula Gräfen

Ein Manifest von Patienten? Das allein ist schon ein Zeichen dafür, daß hier einiges im argen ist. Und das wird auch deutlich, wenn Psoriasis-Patienten erzählen. Vorurteile und Ablehnung machen ihnen das Leben zur Hölle.

Die Menschen haben Angst, Psoriasis-Kranken die Hand zu geben. Sie befürchten, sich anzustecken, obwohl das Unsinn ist. Selbst von ihren Ärzten fühlen sich die Patienten oft allein gelassen. Und obwohl weltweit etwa 100 Millionen Patienten an dieser Hautkrankheit leiden, gibt es selbst bei Ärzten oft noch deutliche Wissenslücken.

Kein Wunder also, daß Patienten fordern, daß sich hier etwas ändern muß. Das Sieben-Punkte-Manifest, das jetzt in London verabschiedet worden ist, verdient denn auch breite Unterstützung. Auch von Ärzten, die ihren Patienten zur Seite stehen können, um die Öffentlichkeit über die Krankheit aufzuklären.

Auch wenn Psoriasis keine tödliche Krankheit ist, ist sie dennoch extrem belastend für viele Patienten. So hat eine Umfrage der US-amerikanischen "National Psoriasis Foundation" aus dem Jahre 1998 ergeben, daß jeder zehnte Psoriatiker aufgrund seines Leidens bereits mit Suizidgedanken gespielt hat, weil die Ausgrenzung nicht auszuhalten ist.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Gegen Ausgrenzung - das Manifest der Psoriasis-Patienten

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