Ärzte Zeitung, 15.03.2005

Pinselwarzen zeigen sich oft als hartnäckige Stacheln am Kinn

Oberflächliche Exzision genügt nicht zur Entfernung

ESSEN (run). Hervorstehende Papeln am Kinn, die bei der Rasur zu bluten anfangen, sind das typische Bild für Pinselwarzen. Vor allem Männer mit Hyperhidrose oder einer Atopie sind häufig betroffen.

Viruswarzen am Kinn können sich durch Verletzungen bei der Rasur immer weiter ausbreiten. Foto: Dissemond

Meist beginnt es mit einer einzelnen Papel. Durch eine Hautverletzung kann es dann zur weiteren Verbreitung der Warzen als Autoinokulation kommen.

So bemerkte ein 32jähriger Mann beim Rasieren zunächst nur eine hautfarbene Papel, die nach der Naßrasur zu bluten begann. Im Lauf der nächsten Wochen entstanden dann weitere Papeln mit zum Teil exophytischer Oberfläche. Im betroffenen Areal bestand auch ein diskreter Juckreiz.

Beim Arztbesuch ließen sich schließlich über 20 solcher Hauterscheinungen umgeben von einem leichten Erythem nachweisen. Es handelte sich dabei um das typische Bild für filiforme Viruswarzen, auch Pinselwarzen genannt, wie Privatdozent Dr. Joachim Dissemond vom Uniklinikum Essen berichtet (MMW 8, 2005, 59).

Ursache sei eine kutane Infektion mit humanen Papillomaviren. Eine Hyperhidrose, eine Immunsuppression oder Atopie gelten hierfür als prädisponierende Faktoren.

Bei solchen Warzen sei zwar eine oberflächliche Exzision möglich, eine lokale Nachbehandlung sei aber dennoch notwendig, so der Dermatologe. Außer Kryo- oder Lasertherapie stehen dazu Lösungen mit 5-Fluorouracil, Salicylsäure oder Eisessig zur Verfügung. Neue Optionen seien eine photodynamische Therapie oder die topische Applikation von Imiquimod.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »