Ärzte Zeitung, 01.04.2005

Schaumstoffverband läßt chronische Wunden gut heilen

Wundbehandlung richtet sich nach dem Exsudatvolumen

BERLIN (djb). Eine effektive Therapie bei chronischen Wunden muß phasengerecht sein und sich an Exsudatmenge, Heilungsphase der Wunde, Zustand der Wundumgebung und eventuell bestehenden Infektionen orientieren. Voraussetzung für eine effektive Lokal- therapie ist die gegen die Grunderkrankung gerichtete kausale Behandlung und ein adäquates Débridement der Wunde.

Bei geringer Exsudatmenge eignen sich semipermeable Folien und Hydrogele als Wundauflage. Bei größerer Exsudatmenge förderten Hydrokolloidverbände die Granulation und Epithelisierung, sagte Dr. Dorothee Dill-Müller aus Bad Homburg/Saar.

Bei stark exsudierenden Wunden eignen sich Wundauflagen mit großer Absorptionskapazität wie Alginate oder ein superabsorbierender Schaumstoffverband mit Lipidokolloid-Matrix, der seit kurzem als selbsthaftende sowie als zuschneidbare, nicht haftende Wundauflage zur Verfügung steht (Cellosorb® Adhesive, Cellosorb® Non Adhesive). Dies hat die Dermatologin vom Universitätsklinikum des Saarlandes bei einer vom Unternehmen Urgo unterstützten Pressekonferenz in Berlin erläutert.

Die luftdurchlässige Schaumstoffkompresse aus Polyurethan sorgt für eine starke vertikale Absorption des Exsudats. Die besondere Lipidokolloid-Matrix bildet in Kontakt mit der Wunde ein Gel, das ein für die Wundheilung günstiges feuchtes Milieu schafft und ein Verkleben des Verbandes mit der Wunde verhindert.

In einer klinischen Studie mit 39 Patienten mit Ulcus cruris venosum oder mixtum kam es bei Anwendung der Schaumstoffkompresse binnen sechs Wochen zu einer 40prozentigen Reduktion der Wundfläche sowie zu einer 40prozentigen Verbesserung der die Wunde umgebenden Haut. Der Verband wurde im Mittel nach 3,2 Tagen gewechselt.

In einer Anwendungsbeobachtung mit 4573 Patienten wurde die Wundfläche in sechs Wochen im Mittel um 51 Prozent kleiner. 56 Prozent der Ulcera hatten sich gebessert, 34 Prozent waren abgeheilt. Beim Verbandwechsel sei das neugebildete Gewebe unversehrt geblieben, sagte Dill-Müller. Die Wundumgebung sei besser geworden, und spontane Wundschmerzen seien sehr viel seltener aufgetreten.

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