Ärzte Zeitung, 22.01.2012

Sonnencreme: Für Skifahrer besser einen Nachschlag

Ein strahlend schöner Tag auf der Piste - jeder weiß, dass er da kräftig auf die Sonnencremetube drücken muss. Allerdings denkt nur jeder Fünfte daran , den Sonnenschutz rechtzeitig aufzufrischen.

Skifahrer verzichten oft auf den Nachschlag bei Sonnencreme

Hochgefühl im Winter - aber Vorsicht, Sonne!

© Niceshot/fotolia.com

GOLDEN (mut). Schnee reflektiert bekanntlich einen großen Teil des Lichts - auch seinen UV-Anteil. Das bedeutet, dass man an einem sonnigen Tag auf der Skipiste von allen Seiten gleichmäßig geröstet wird, wenn man nicht sämtliche unbedeckte Hautpartien ordentlich eincremt.

Und selbst an recht trüben Tagen kann die UV-Belastung in den Bergen noch immer überraschend hoch sein. Das hat sich unter Wintersportlern inzwischen herumgesprochen, bestätigt eine US-amerikanische Studie.

So verwendete bei einer Befragung unter über 4800 Wintersportlern im Gebirge immerhin jeder Zweite eine Sonnencreme mit mindestens Lichtschutzfaktor 15.

73 Prozent der Befragten schafften es sogar, sich damit wie gefordert 30 Minuten vor der Sonnenexposition einzucremen, berichten Forscher um Dr. David Buller aus Golden in Colorado.

Als großes Manko jedoch erwies sich: Nur 20 Prozent der Ski- und Snowboardfahrer, die sich eincremten, legten zwei Stunden später nach.

Eine Auffrischung des Sonnenschutzes werde unter den oft extremen UV-Bedingungen beim Wintersport aber nach zwei bis drei Stunden empfohlen, so die Autoren.

Lieber dünner und dafür öfter

Insgesamt schafften es sogar nur 4,4 Prozent, alles richtig zu machen: einen hohen Lichtschutzfaktor, rechtzeitig aufzutragen und alle zwei Stunden zu wiederholen (J Am Acad Dermatol 2012; 66: 63-70).

Wie zu erwarten war, cremten sich an sonnigen Tagen deutlich mehr Sportler ein als an bewölkten Tagen. Auch lag Frauen der Schutz ihrer Haut mehr am Herzen als Männern, was das Ergebnis der Befragung etwas verzerrte, da fast drei Viertel der Angesprochenen, die sich auf den Pisten tummelten, männlichen Geschlechts waren.

Wer Hautkrebs für kein Problem hielt oder einen unempfindlichen Hauttyp hatte, neigte ebenfalls dazu, sich nicht ordentlich zu schützen.

Die Studienautoren raten Ärzten, nicht mehr nur mit dem banalen Ratschlag zu kommen, beim Wintersport Sonnencreme zu benutzen, sondern Ski- und Snowboardfahrer vor allem darauf hinzuweisen, den Schutzfilm regelmäßig aufzufrischen.

So würden die meisten Sportler nur einmal pro Tag, aber dafür mit einer viel zu großen Menge Creme hantieren, was zudem eine unangenehm fettige Haut hinterlässt.

Stattdessen sollten sie die Creme lieber dünner und dafür öfter auftragen, empfahlen die Wissenschaftler.

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