Ärzte Zeitung online, 11.11.2013

Forschung

cFLIP Protein reguliert Regeneration der Haut

Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mannheim entdecken einen Schutzfaktor vor Entzündung und unkontrolliertem Zelltod.

MANNHEIM. Wissenschaftler um Professor Dr. Martin Leverkus, Leiter der Sektion Molekulare Dermatologie der Universitäts-Hautklinik Mannheim, haben in ihren Studien mit einem Mausmodell mit dem Protein cFLIP einen Faktor identifiziert, der die Haut vor einer "fulminanten" Apoptose, also einem massiven Zelltod, schützt.

Die Ergebnisse dieser Studie sind in der Fachzeitschrift Cell Reports (2013; Volume 5, Issue 2, 397-408) veröffentlicht worden.

Die Forscher konnten zeigen, dass es dort, wo das Protein cFLIP in der Haut gezielt ausgeschaltet wird, zu einer starken Entzündungsreaktion und massiven Apoptose der Keratinozyten, des häufigsten Zelltyps der Epidermis, kommt.

Dies weist auf die wichtige Bedeutung von cFLIP für den Schutz vor Zelltod und die Aufrechterhaltung der Haut als Grenzorgan hin, berichtet die Universitätsmedizin Mannheim zu der aktuellen Veröffentlichung.

TNF spielt offenbar bedeutsame Rolle

Die Forscher hätten außerdem gezeigt, dass bei diesem Schutzmechanismus der Tumor-Nekrose-Faktor (TNF), ein wichtiger Entzündungsmediator, offenbar eine bedeutsame Rolle spielt.

Interessanterweise zeigen auch Patienten mit schweren Arzneimittelreaktionen in den Regionen der Haut, in denen es zum Zelltod kommt, einen Verlust des Proteins cFLIP.

Für diese Patienten könnten die aktuell veröffentlichten Untersuchungen der Mannheimer Wissenschaftler wichtig sein, indem sie eine Grundlage für neue therapeutische Ansätze zur Behandlung dieser schweren Arzneimittelreaktionen bieten, heißt es in der Mitteilung. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Borderline und Psychosen "heilen" mit Antiepileptika

Manche psychisch Kranken brauchen keine Neuroleptika, sondern Antikonvulsiva. Tauchen im EEG bestimmte Muster auf, ist das ein Hinweis auf eine paraepileptische Psychose. mehr »

Epilepsierisiko nach Sepsis erhöht

Überleben Patienten eine Sepsis, ist die Gefahr epileptischer Anfälle in den folgenden Jahren vier- bis fünffach erhöht. mehr »

PKV muss für unverheiratete Paare zahlen

Nach Überzeugung des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe ist die Beschränkung der Kostenerstattung für eine künstliche Befruchtung auf Ehepaare in der PKV unzulässig. mehr »