Ärzte Zeitung online, 11.06.2015

Rosazea

Risiko für koronare Herzkrankheit ist erhöht

TAIPEH/TAIWAN. Patienten mit Rosazea tendieren zu Störungen des Lipidstoffwechsels und Hypertonie. Ihr Risiko für eine KHK ist aber auch unabhängig von typischen Risikofaktoren erhöht.

Das haben Dermatologen um Tuan-Chun Hua von der taiwanischen Yang-Ming-Universität in Taipeh herausgefunden (J Am Acad Dermatol 2015, online 22. Mai).

In ihrer Studie wurden die Daten von 33 553 Patienten mit Rosazea berücksichtigt und jeweils mit denen von zwei Kontrollpersonen gleichen Alters und Geschlechts verglichen: 21 Prozent der Rosazeapatienten, aber nur 16 Prozent der Kontrollen hatten eine Dyslipidämie.

 Für die KHK betrugen die Häufigkeiten 11 und 9 Prozent.

Kein Zusammenhang mit Diabetes

Hyperton waren 23 Prozent der Patienten und 21 Prozent der Kontrollen. Die Assoziation von Rosazea und KHK blieb auch bestehen, nachdem die Daten nach dem Vorliegen klassischer Risikofaktoren - Hypertonie, Dyslipidämie, Diabetes mellitus - abgeglichen worden waren.

Dies zeige, dass die Korrelation unabhängig von anderen Faktoren bestehe, schreiben die Forscher und verweisen auf verwandte Befunde bei Psoriasispatienten. Interessanterweise gab es keine Assoziation zwischen Rosazea und Diabetes mellitus.

Dies könnte daran liegen, dass Diabetes mit einer endothelialen Dysfunktion und demzufolge mit einer beeinträchtigten Vasodilatation einhergeht, so die Forscher.

Die Assoziation beider Erkrankungen werde dadurch womöglich verringert.Einschränkend bemerken die Forscher, es habe sich bei der Studienpopulation überwiegend um Personen mit Hauttyp III oder IV gehandelt.

Die Ergebnisse sollten daher nur mit Vorsicht auf hellere Hauttypen übertragen werden, bei denen die Prävalenz von Rosazea möglicherweise höher sei."Wir schlagen vor, Patienten mit Rosazea auf kardiovaskuläre Risikofaktoren sowie auf Herz- und Gefäßerkrankungen zu screenen", schreiben Hua und Kollegen.

Auf bestimmte Subgruppen sollte man besonders achten. Dazu gehören zum Beispiel Patienten, die in einem Alter von 40 Jahren oder jünger an Rosazea erkranken - bei ihnen ist das Hautleiden signifikant mit Dyslipdämie vergesellschaftet. (rb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Morphin bei Herzinfarkt – unverzichtbar aber umstritten

Morphin bei Herzinfarkt-Patienten: Die Sicherheit des Schmerzmittels hat sich in einer aktuellen Studie bewährt. Zweifel über ein mögliches Risiko bleiben aber vorerst. mehr »

Zu viele Hausbesuche = Regress!

Zwei hessische Landärzte wurden in Regress genommen, weil sie deutlich mehr Hausbesuche als ihre Kollegen absolviert haben. Über 50.000 Euro sollen sie zurückzahlen. Die Ärzte verstehen die Welt nicht mehr - und wehren sich. mehr »

Tot oder nicht tot – das ist hier die Frage

Särge mit Ausgängen und Glöckchen um die Arme: Schon seit Jahrhunderten ziehen Wissenschaftler die Eindeutigkeit des Todes in Zweifel. Eine neue Ausstellung in Berlin zeigt Exponate, die dem Scheintod ein Schnippchen schlagen sollten. mehr »