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Schwere Brandwunden

Betablocker fördert Heilung der Haut

Ein beruhigtes Herz fördert die Heilung schwerer Brandverletzungen. Wie eine US-Studie zeigt, hat die Gabe von Betablockern auch noch andere Vorteile.

Von Dr. Christine Starostzik Veröffentlicht:

GALVESTON. Mit einer raschen operativen Exzision der Wunden kann das Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko bei Brandopfern gesenkt werden. Doch bei Patienten mit schweren Brandverletzungen sind oft mehrere Eingriffe erforderlich, um die motorische Funktionalität wieder herzustellen und kosmetisch zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen.

Häufig stehen solche Prozeduren ausgerechnet dann an, wenn das intraoperative Blutungsrisiko am höchsten ist, nämlich zwei bis 16 Tage nach der Verletzung. So sucht man nach pharmazeutischen Möglichkeiten, den Blutverlust während der Operationen so gering wie möglich zu halten.

Geringere Blutungsgefahr

Es hat sich gezeigt, dass Propranolol durch seine Eigenschaft als Vasokonstriktor die Gefahr peripherer Blutungen nach Brandverletzungen verringert und den Gefäßwiderstand erhöht.

Arham Ali von der University of Texas und Kollegen haben nun untersucht, ob die Veränderungen der kardiovaskulären Situation durch den nicht-selektiven Betablocker auch die Wundheilung und die perioperative Hämodynamik bei Erwachsenen mit schweren Brandverletzungen positiv beeinflussen können (Crit Care 2015; 19: 217).

Hierzu schlossen die Autoren 69 Probanden mit Verbrennungen von mindestens 30 Prozent der Körperoberfläche in eine prospektive Studie ein. 34 Probanden der Kontrollgruppe wurden nach dem Standardprogramm behandelt.

Die übrigen 35 Verbrennungsopfer erhielten innerhalb von 48 Stunden zusätzlich täglich 3,3 ± 3,0 mg / kg Propranolol über durchschnittlich 40 Tage. Damit konnte während der ersten 30 Kliniktage die Herzfrequenz der Patienten signifikant um etwa 20 Prozent gedrosselt werden.

Von der Exzision der Brandwunden bis zur Entlassung bekamen die Patienten mehrere Hauttransplantationen. Sobald die Spenderstelle verheilt war, erfolgte der nächste Eingriff.

So ergab sich aus den Zeiträumen zwischen deneinzelnen Transplantationen ein Maß für die Schnelligkeit der Wundheilung. Das Ausmaß des perioperativen Blutverlusts wurde durch den prä- und postoperativen Hämatokritwert bestimmt.

Weniger Regenerationszeit nötig

Die Patienten der Kontroll- und der Propranololgruppe benötigten im Schnitt vier Hauttransplantationen. Unterschiedlich war allerdings die Länge der Pausen zwischen den einzelnen Eingriffen.

Bei den Probanden der Propranololgruppe vergingen durchschnittlich 10 ± 5 Tage, Patienten der Kontrollgruppe hingegen benötigten signifikant mehr Zeit für die Regeneration der Donorstellen (17 ± 12 Tage).

Dieser Unterschied spricht für eine schnellere Heilung unter einer Therapie mit Propranolol.

Die Patienten der Propranolol-Gruppe erhielten signifikant größere Hauttransplantate als die der Kontrollgruppe. Dennoch war der Blutverlust in beiden Gruppen vergleichbar, sodass zur Aufrechterhaltung des perioperativen Hämatokrits jeweils ähnlich viele Erythrozytenkonzentrate benötigt wurden.

Während also in der Kontrollgruppe mit zunehmender Fläche des Transplantats der Hämatokrit signifikant sank, blieben die intraoperativen Werte unter Propranolol stabil. Bei einer Transplantatgröße von 4000 cm2 machte dies einen Vorteil von 5,2 Prozent aus.

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