Ärzte Zeitung, 25.10.2016

Aktinische Keratose

PDT mit Tageslicht

Die Photodynamische Therapie zur Behandlung bei Aktinischer Keratose ist auch mit Tageslicht möglich. Das eröffnet neue Optionen, um das Behandlungsschema zu vereinfachen.

Von Markus Seidl

DÜSSELDORF. Mit Luxerm® steht ein neues Präparat zur photodynamischen Therapie (PDT) leichter und moderater aktinischer Keratosen zur Verfügung. Dabei kommt mit Methylaminolevulinat (MAL) ein etablierter Wirkstoff zum Einsatz, neuartig sind zwei andere Aspekte: Zum einen wird der Photosensibilisator nicht mehr mit Rotlicht, sondern mit Tageslicht aktiviert, zum anderen können die Patienten die Behandlung zuhause durchführen.

Die Zulassung von Luxerm® basiert auf zwei großen randomisierten und kontrollierten Studien: COMET 1 aus Australien und COMET 2 aus Europa. Jeweils etwa 100 Studienteilnehmer mit multiplen aktinischen Keratosen im Kopfbereich hatten im direkten Vergleich eine Tageslicht-PDT mit MAL auf einer Körperseite und eine konventionelle PDT mit MAL auf der kontralateralen Seite erhalten. Im Ergebnis waren nach zwölf Wochen die Abheilungsraten vergleichbar und lagen zwischen 70 und 90 Prozent, die Tageslicht-PDT verursachte aber signifikant weniger Schmerzen.

Die Ergebnisse lassen somit Therapieschemata zu, bei denen die Patienten nicht mehr in der Praxis bestrahlt werden, sondern die Therapie weitgehend selbstständig durchführen. Diesen Ansatz hat Dr. Martina Hund, niedergelassene Hautärztin in Berlin, erprobt und gute Erfahrungen gemacht.

Am Anfang der Behandlung steht selbstverständlich die Diagnose durch den Dermatologen, der entscheiden muss, ob die Läsionen für eine Tageslicht-PDT in Frage kommen. "In der Praxis werden dann Schuppen und Krusten entfernt", erklärte Hund bei einer vom Unternehmen Galderma Laboratorium unterstützten Veranstaltung, "die folgenden Behandlungsschritte kann der Patient nach Anleitung selbst ausführen."

Als erstes wird ein chemischer Sonnenschutz aufgetragen, physikalische Filter sind nicht sinnvoll, da diese auch das für die Wirkung erforderliche sichtbare Licht abblocken würden. Dann wird die Haut mit einem abrasiven Pad auf die Behandlung vorbereitet. Dieses Pad ist – ebenso wie ein Audioguide, der die Prozedur Schritt für Schritt erklärt – Teil des Luxerm®-Produkt-Kits, das der Patient in der Apotheke erhält. Im Anschluss wird MAL in dünner Schicht auf die betroffenen Areale aufgetragen. Der Patient begibt sich innerhalb der nächsten 30 Minuten ins Freie und hält sich dort für zwei Stunden auf. Danach werden Reste des Topikums abgewaschen. Die Nachkontrolle beim Dermatologen erfolgt nach etwa drei Monaten.

Die Zulassung von Luxerm® erstreckt sich auf die Therapie aktinischer Keratosen von Grad I und II nach Olsen. Dr. Hund empfiehlt die Tageslicht-PDT besonders auch für eine Feldtherapie, noch unsichtbare pränkanzeröse Läsionen würden dabei in der Regel gleich mit erfasst. Nicht zuletzt sei auch das kosmetische Ergebnis meist sehr zufriedenstellend.

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