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UV-Schutz

Auf in die Sonne – aber nur mit Schirm und Creme

Ein Sonnenschirm am Strand ist zwar gut, aber nicht ausreichend. In einer kontrollierten Studie gab es damit häufiger Sonnenbrände als bei einem Sonnenbad mit Sonnencreme.

Von Thomas Müller Veröffentlicht:
In einer randomisiert-kontrollierten Studie zeigten Forscher eindrucksvoll, dass auch der Schatten eines Sonnenschirms nicht reicht, um nackte Haut vor UV-Licht zu schützen, wenn ringsherum der Sand glüht.

In einer randomisiert-kontrollierten Studie zeigten Forscher eindrucksvoll, dass auch der Schatten eines Sonnenschirms nicht reicht, um nackte Haut vor UV-Licht zu schützen, wenn ringsherum der Sand glüht.

© yanlev / fotolia

NEW JERSEY. Zugegeben: Lichtschutzfaktor 100 dürften die wenigsten auftragen, wenn sie sich an einem heißen Augusttag in die pralle Sonne legen. Daher war der Vergleich Sonnencreme versus Sonnenschirm vielleicht nicht ganz fair. Aber immerhin konnten Forscher vom Unternehmen Johnson & Johnson in einer randomisiert-kontrollierten Studie eindrucksvoll zeigen, dass auch der Schatten eines Sonnenschirms nicht reicht, um nackte Haut vor UV-Licht zu schützen, wenn ringsherum der Sand glüht. Das dürfte erfahrene Strandgänger zwar nicht überraschen, allerdings gab es bislang noch keine größere Vergleichsstudie zu dem Thema. Die Daten wurden im Journal "JAMA Dermatology" publiziert (doi:10.1001/jamadermatol.2016.4922).

Für das Experiment fand das Team um Dr. Hao Ou-Yang aus Skillman in New Jersey 81 Freiwillige, die bereit waren, einen Nachmittag unter der texanischen Sonne am Lake Lewisville zu verbringen und sich die Haut von Dermatologen inspizieren zu lassen.

Die Teilnehmer hatten keinen bestehenden Sonnenbrand und keine Sonnenallergien. Die Hälfte durfte sich in Badekleidung dreieinhalb Stunden zwischen 10 Uhr morgens und zwei Uhr nachmittags unter der Sonne am Strand vergnügen. Diese Teilnehmer erhielten eine wasserfeste Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 100 und wurden instruiert, sich damit eine viertel Stunde vor dem Sonnenbad einzucremen und dies spätestens nach zwei Stunden Sonnenexposition zu wiederholen. Im Schnitt hatten die Probanden die Creme 2,3-mal benutzt und dabei knapp 30 Gramm verbraucht. Wurde es den Teilnehmern zu warm, konnten sie duschen oder ins Wasser gehen.

Die übrigen Teilnehmer mussten währenddessen ohne Sonnencreme unter einem handelsüblichen Strandschirm verharren. Dieser war zwar UV-dicht, hielt aber natürlich nicht das Streulicht ab. Baden war ihnen während des Versuchs nicht erlaubt.

Achtfach häufiger Sonnenbrände im Schatten

Die Dermatologen untersuchten sieben exponierte Körperpartien vor und nach der Exposition. Die Haut wurde mit einem Punktesystem bewertet: Null Punkte gab es bei fehlenden Anzeichen für einen Sonnenbrand, vier Punkte bei ausgeprägten Ödemen und Brandblasen.

Über alle untersuchten Hautpartien gemittelt fanden die Dermatologen im Schnitt einen Wert von 0,05 in der Gruppe mit Sonnencreme und 0,75 bei den Teilnehmern mit Sonnenschirm. Am häufigsten waren der obere Brustbereich sowie die Arme und das Gesicht gerötet. Bei allen Hautpartien zeigten die Teilnehmer mit Sonnencreme hochsignifikant weniger UV-Schäden.

Am deutlichsten wurden die Differenzen, wenn die Dermatologen sämtliche sonnengeröteten Hautpartien aufsummierten. Sie kamen auf 142 in der Sonnenschirmgruppe, also 3,5 pro Teilnehmer, und nur auf 17 oder 0,4 pro Person mit der Sonnencreme. Unterm Sonnenschirm im Schatten verbrannten sich die Freiwilligen also achtfach häufiger als mit der Sonnencreme in der Sonne.

Nach Ansicht der Forscher um Ou-Yang kann demnach ein Sonnenschirm das direkte UV-Licht der Sonne zwar blockieren, aber nicht das Streulicht. An einem heißen Sommertag mit einem hohen UV-Index und an einem Strand mit einer hohen Rückstrahlung sei ein Schirm daher nicht ausreichend. Der Bevölkerung müsste folglich klar gemacht werden, sich auch unterm Schirm einzucremen oder mit geeigneter Kleidung vor UV-Strahlen zu schützen.

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