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Ärzte Zeitung, 08.02.2005

AT-II-Blocker-Kombinationspräparat ist besonders effektiv

Valsartan hat offenbar einen zusätzlichen kardioprotektiven Effekt / Ein Vorteil der Therapie ist zudem die gute Verträglichkeit

BARCELONA (ikr). Angiotensin-II-Blocker erfüllen alle Kriterien für ein ideales Antihypertensivum. Dieses Fazit hat Professor Gordon T. McInnes aus Glasgow in Schottland aus den Studiendaten gezogen. Valsartan etwa sei nicht nur effektiv, gut verträglich und kardioprotektiv, sondern die Patienten blieben bei Therapie mit diesem Medikament auch gut bei der Stange.

In der Monotherapie seien Diuretika, Betablocker, Calcium-Antagonisten, ACE-Hemmer und AT-II-Blocker ähnlich effektiv, was die Blutdrucksenkung betrifft. Der schottische Pharmakologe verwies dabei auf eine Metaanalyse, in der 354 Placebo-kontrollierte Studien berücksichtigt worden sind. Häufig genügt jedoch eine Monotherapie nicht, den Blutdruck ausreichend zu senken. Als effektive Kombinationspartner hätten sich etwa der AT-II-Blocker Valsartan und Hydrochlorothiazid erwiesen. Eine solche Kombination wird von Novartis jetzt auch als CoDiovan® forte mit 160 mg Valsartan und 25 mg HCT angeboten.

Dieses Präparat sei stärker wirksam als andere gebräuchliche Kombinationen, so McInnes bei einer Veranstaltung des Unternehmens in Barcelona. AT-II-Blocker haben nach Einschätzung von McInnes einen weiteren großen Vorteil: Sie sind im Vergleich zu anderen Antihypertensiva besonders gut verträglich. Valsartan etwa habe nach den Ergebnissen klinischer Studien ein ähnliches Nebenwirkungsprofil wie Placebo. Außerdem lösen AT-II-Blocker im Vergleich zu ACE-Hemmern keinen Husten aus. Mit AT-II-Blockern wie Valsartan gibt es nach Studiendaten weniger Therapieabbrüche wegen unerwünschter Wirkungen als mit Substanzen aus anderen Klassen.

Für viele Antihypertensiva, etwa Diuretika und Beta-Blocker ist ein kardioprotektiver Effekt nachgewiesen. Der kardioprotektive Effekt steigt dabei proportional zu dem Ausmaß der Blutdrucksenkung. AT-II-Blocker haben offenbar einen zusätzlichen, von der Blutdrucksenkung unabhängigen, kardioprotektiven Effekt.

Hinweise darauf gibt es nach Angaben von McInnes etwa aus der VALUE (Valsartan Antihypertensive Long-term Use Evaluation Trial)-Studie. Hier wurden über 15 000 Hypertoniker mit hohem Risiko für eine Gefäßerkrankung für im Mittel 4,2 Jahre mit Valsartan (Diovan®) oder dem Calcium-Antagonisten Amlodipin behandelt.

Die kardialen Morbiditäts- und Mortalitätsraten waren in beiden Gruppen etwa gleich, obwohl der Blutdruck mit Valsartan - vermutlich wegen zu niedriger Dosierung - durchweg um 2 mmHg höher lag als mit Amlodipin. Ein weiterer Pluspunkt für das Sartan: Bei Valsartan gab es im Vergleich zu Amlodipin 23 Prozent weniger Neuerkrankungen an Typ-2-Diabetes.

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