Ärzte Zeitung, 19.09.2007

Plädoyer für initiale Kombi bei Hochdruck

Kombination von Anfang an, wenn das Blutdruck-Ziel tief liegt / Sartan-Therapie punktet bei Organschutz

WIEN (urm). Bei Bluthochdruck und zusätzlichen kardiovaskulären Risikofaktoren ist es gerechtfertigt, die Behandlung mit einer Kombination zu beginnen. Das sehen die neuen Leitlinien der European Society of Hypertension (ESH) und ESC (European Society of Cardiology) vor.

Hochdruck und Diabetes? Da kann gleich eine Kombitherapie sinnvoll sein. Foto: Klaro

Die initiale Kombinationsbehandlung ist demnach bei allen Patienten sinnvoll, bei denen der Blutdruckzielwert besonders tief angesetzt ist. Dazu gehören zum Beispiel auch die Diabetiker. Für diese Patienten liege es grundsätzlich nahe, Substanzen, die das Renin-Angiotensin-System (RAS) hemmen und Substanzen, die das RAS eher aktivieren, zu kombinieren, sagt Professor Morris Brown aus Cambridge in Großbritannien. Man gibt also einen ACE-Hemmer oder einen AT1-Rezeptorblocker zusammen mit einem Diuretikum oder einem Kalziumantagonisten.

Bei einem von Daiichi-Sankyo und Menarini International veranstalteten Satellitensymposium zum Kardiologen-Kongress in Wien hat der Klinische Pharmakologe außerdem auf den zunehmenden Stellenwert der AT1-Rezeptorblocker hingewiesen. Von den Sartanen zeichne sich der Wirkstoff Olmesartan durch eine besonders ausgeprägte antihypertensive Wirksamkeit aus. Mit 40 mg der Substanz ließ sich bereits etwa 40 Prozent aller Hochdruckpatienten ein Zielwert von unter 140 zu 90 mm Hg erreichen. In der Kombination mit dem Diuretikum Hydrochlorothiazid steige dieser Anteil auf 70 Prozent.

Ergebnisse der von Professor Enrico Agabiti-Rosei aus Brescia in Italien präsentierten MORE (Multicentre Olmesartan atherosclerosis Regression Evaluation)-Studie weisen einmal mehr auf blutdruckunabhängige Zusatzeffekte der Sartane hin: Mit Olmesartan, nicht hingegen bei einer Behandlung mit dem Betablocker Atenolol, kam es an den Karotiden zu einer signifikanten Abnahme des Plaquevolumens. Hinsichtlich des Blutdrucks unterschieden sich die beiden Behandlungsgruppen nicht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Intensives Ausdauertraining bremst frühen Parkinson

Sport lohnt sich: Kommen Parkinsonkranke im frühen Stadium regelmäßig ins Schwitzen, bleiben ihre motorischen Fähigkeiten über mindestens ein halbes Jahr hinweg stabil. mehr »

Das erhöht die Organspendebereitschaft

Beauftragte an Kliniken für Transplantationen sollen von allen anderen Aufgaben entbunden werden – das verlangt die Deutsche Stiftung Organtransplantation. Neue Zahlen aus Bayern geben ihr Argumentationshilfe. mehr »

Krebsüberlebende nach Infarkt oft untertherapiert

Patienten mit Herzinfarkt, die eine Krebsdiagnose in ihrer Anamnese stehen haben, erhalten seltener eine leitliniengerechte Therapie. Das wirkt sich auch auf die Mortalität aus. mehr »