Zwölf Millionen Menschen unter 65 haben ein hohes Herzinfarkt-Risiko

BERLIN (Rö). Patienten mit hohem Herzinfarkt-Risiko zu erkennen und das Risiko durch konsequente Frühtherapie zu reduzieren, ist noch immer eine große Herausforderung. Denn jeder dritte Herzinfarkt-Patient in Deutschland hat vorher keine Symptome gehabt und von seinem hohen Risiko nichts gewußt oder nichts dagegen getan.

Veröffentlicht:

Darauf hat Professor Gerd Assmann von der Universität Münster bei einer Pressekonferenz des Unternehmens ratiopharm in Berlin hingewiesen. Anlaß war die Einführung von Pravastatin-ratiopharm®® bereits mehrere Wochen vor dem Ablauf des Patents.

Assmann untersucht in der laufenden PROCAM-Studie seit Jahren prospektiv bei Arbeitnehmern in Nordrhein-Westfalen, wie hoch ihre Gefährdung für einen Herzinfarkt ist und welche Risikofaktoren sich dafür ermitteln lassen. Nach Zwischenresultaten der Studie haben 7,5 Prozent ein hohes Risiko von über 20 Prozent, in den nächsten zehn Jahren einen Herzinfarkt zu bekommen.

Acht Risikofaktoren haben sich als unabhängige Variablen in der Studie herauskristallisiert:

  • Alter,
  • systolischer Blutdruck,
  • LDL,
  • HDL,
  • Triglyzeride,
  • Diabetes,
  • Rauchen
  • sowie familiäre Belastung.

Größte Bedeutung haben dabei Alter, LDL und Rauchen.

Nach einer Auswertung der PROCAM-Daten und weiterer Daten aus Deutschland haben nach Angaben von Assmann über zwölf Millionen Menschen zwischen 35 und 65 Jahren ein hohes Risiko für einen Herzinfarkt. Darunter sind 2,5 Millionen Menschen mit multiplen Risikofaktoren, 7,3 Millionen haben ein metabolisches Syndrom und 2,6 Millionen Diabetes mit Mikroalbuminurie. Für solche Menschen gilt ein LDL-Grenzwert von 100 mg/dl. Der Nutzen einer Statin-Therapie für solche Patienten ist in großen Studien, darunter mehrere mit Pravastatin, belegt worden. Dennoch hatten in einer Studie Assmanns nur elf Prozent der Patienten, die ein hohes Risiko, aber noch keine Herzsymptome hatten, einen LDL-Wert unter 100 mg/dl.

Einen PROCAM-Rechner zur Ermittlung des Herzinfarkt-Risikos findet man bei: www.chd-taskforce.de.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Das könnte Sie auch interessieren
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© DG FotoStock / shutterstock

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Herz mit aufgemalter Spritze neben Arm

© Ratana21 / shutterstock

Studie im Fokus

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Prävention durch Influenzaimpfung?

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© skynesher | E+ | Geytty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kasuistik zu Autoimmunerkrankung

Wüssten Sie, was hinter diesen Symptomen steckt?

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: In nur fünf Tagen per Diät zur Remission?

Wenig bekannte Insulinkomplikation

Vorsicht bei Insulininjektionen: Nicht immer dieselbe Stelle nehmen

Lesetipps