Ärzte Zeitung, 28.09.2004

Salz mit Folsäure hilft, Herzinfarkt vorzubeugen

BONN (ddp). Fluor im Salz ist gut für die Zähne und Jod gut für die Schilddrüse. Nun gibt es auch Salz mit Folsäure, um etwa das Schlaganfallrisiko zu senken.

Folsäure ist wichtig, um Fehlbildungen bei Ungeborenen vorzubeugen, aber auch gut für Wachstum, Teilung und Neubildung von Blut- und Schleimhautzellen. Relativ neu ist die Erkenntnis, daß das Vitamin die Aminosäure Homocystein abzubauen hilft, die ein Risikofaktor für Schlaganfall und Herzinfarkt ist. Außerdem steht Homocystein inzwischen im Verdacht, die Entwicklung von Demenz zu fördern.

Folsäure gilt in vielen Industrieländern als Mangelvitamin. Der Grund liegt vor allem in der Ernährung. Folsäure ist zwar reichlich in grünem Blattgemüse, in Weißkohl, Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Tomaten, Zitrusfrüchten, Nüssen und Vollkornprodukten enthalten.

"Doch mit der heute üblichen Ernährung erreichen die Menschen hier im Schnitt nur etwa 60 Prozent der täglich empfohlenen 400 µg", so Professor Klaus Pietrzik von der Universität Bonn. Etwa 700 g frisches Obst und Gemüse müßten täglich verzehrt werden, um auf diese Menge zu kommen. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung schafft das nur jeder Vierte.

In Deutschland werden etwa Multivitamingetränke, Milchprodukte und Zerealien, aber auch Salz und Brot mit Folsäure angereichert. Pietrzik plädiert für eine gezielte Anreicherung ausgewählter Grundnahrungsmittel wie Salz, denn so könnte die Versorgung aller besser werden.

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