Ärzte Zeitung, 23.02.2011

Patienten mit Vorhofflimmern haben häufiger Depressionen

MÜNCHEN (sto). Wer Vorhofflimmern hat, leidet häufiger auch unter einer Depression als Menschen ohne Vorhofflimmern. Das hat eine Analyse der Siemens-Betriebskrankenkasse SBK ergeben.

Die Assoziation gilt vor allem bei Berufstätigen. Demnach besteht bei Versicherten, die jünger als 60 sind, wohl eine besonders auffällige Korrelation zwischen Vorhofflimmern und Depression.

Eine anonymisierte Auswertung von Versichertendaten habe ergeben, dass bei den 50- bis 60jährigen etwa sieben Prozent unter einer Depression leiden. Bei Versicherten in der gleichen Altersgruppe, bei denen Vorhofflimmern diagnostiziert wurde, liege der Anteil dagegen bei 14 Prozent und ist damit doppelt so hoch wie im Durchschnitt dieser Altersgruppe, teilte die SBK mit.

Noch deutlicher sei die Korrelation zwischen Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern. Bei Versicherten, die jünger als 60 Jahre sind, hätten etwa ein Prozent eine Herzinsuffizienz, bei Versicherten mit Vorhofflimmern dagegen 16 Prozent.

Die Symptome des Vorhofflimmerns lassen nicht immer auf eine Herzkrankheit schließen, erinnert die SBK. Zwar leiden viele Patienten unter Herzstolpern, Schmerz und Engegefühl in der Brust.

Aber auch Schwindel, verminderte Leistungsfähigkeit, Atemnot sowie Angstgefühle und Depressionen treten auf. Bei vielen Patienten mit Vorhofflimmern werde die Erkrankung erst im Zusammenhang mit Komplikationen wie einer Apoplexie erkannt.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Appell zur rationalen Antibiotika-Gabe

Anlässlich des 11. Europäischen Antibiotika-Tages rufen KBV und vdek zum rationalen Einsatz von Antibiotika bei Erkältungen und Grippe auf. mehr »