Thrombose/Schlaganfall

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Modul: Akuttherapie und Sekundärprophylaxe des ischämischen Schlaganfalls – Ein Musterbeispiel für personalisierte Medizin

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Ärzte Zeitung, 12.01.2015

Schlaganfall

Neue Therapie hilft bei Neglect

Leichte elektrische Ströme sollen Schlaganfall-Patienten mit Neglect helfen, die betroffene Körperseite wieder besser wahrzunehmen.

SAARBRÜCKEN. Klinische Neuropsychologen der Universität des Saarlandes haben ein Verfahren erprobt, das Schlaganfall-Patienten mit Neglect helfen soll, die betroffene Körperseite wieder besser wahrzunehmen.

Die Methode stimuliert das Gleichgewichtssystem mit leichten elektrischen Strömen, teilt die Saar-Uni mit.

"Vor allem Patienten, deren rechte Gehirnhälfte geschädigt ist, leiden oft darunter, dass sie ihre linke Körperhälfte vernachlässigen", wird Georg Kerkhoff, Professor für Klinische Neuropsychologie und Leiter der Neuropsychologischen Universitätsambulanz an der Universität des Saarlandes zitiert.

"Trotz neuer und wirksamerer Behandlungsverfahren sind die Heilungschancen immer noch ungünstig."Um Neglect-Patienten besser zu behandeln, haben die Forscher das neuartige Therapieverfahren in einer Studie geprüft (Neuropsychologia 2014; online 26. November).

 Bei ihrer Methode regten sie das Gleichgewichtssystem mit schwachen elektrischen Impulsen an. Für diese Galvanisch-Vestibuläre Stimulation (GVS) nutzen die Forscher kleine Elektroden, die hinter den Ohren der Patienten angebracht werden, heißt es in der Mitteilung.

 "Bei diesem Verfahren gibt es keine Nebenwirkungen. Die Patienten spüren die Reize nicht einmal, da wir unterhalb der Wahrnehmungsschwelle stimulieren", wird der Psychologe Dr. Stefan Reinhart, der an der Studie mitgewirkt hat, zitiert.

An der Studie haben 24 Schlaganfall-Patienten teilgenommen — etwa die Hälfte von ihnen leidet an einem Neglect der linken Sicht- und Körperseite. Die Probanden mussten Aufgaben bewältigen, die vor allem ihre visuell-räumlichen Fähigkeiten überprüft haben.

Dabei haben die Patienten die Aufgaben einmal während einer GVS-Therapie und einmal während einer Scheinstimulation bearbeitet. Hierbei waren zwar die Elektroden angelegt, es floss aber kein Strom. So konnten die Forscher Placeboeffekte ausschließen.

Die Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass eine GVS-Therapie sich positiv auf die visuell-räumlichen Fähigkeiten der Patienten auswirkt, meldet die Uni.

"Während der Stimulation zeigten die Teilnehmer im Vergleich zur Scheinstimulation eine um 30 bis 50 Prozent verbesserte Leistung in den verschiedenen Aufgaben", fasst Reinhart zusammen.

"Die Patienten konnten die vernachlässigte linke Seite wieder verstärkt wahrnehmen." (eb)

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