Ärzte Zeitung online, 26.09.2018

Rehabilitation

Roboter-Armtraining hilft nach Schlaganfall

Mit einem roboterassistierten Training lassen sich motorische Defizite nach Schlaganfall reduzieren. In einer Pilotstudie mit zehn Patienten wurden Bewegungsabläufe sowie die Kraft verbessert.

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Macht das Armtraining mit dem Roboter Fortschritte? Therapie-orientierte Computerspielen motivieren Patienten dabei.

© Kliniken Schmieder

ALLENSBACH. Schlaganfallpatienten brauchen ein intensives Bewegungstraining, um motorische Funktionen wieder erlangen zu können.

In den Fokus rücken dabei zunehmend technische Assistenzsysteme, berichtet das Lurija Institut für Rehabilitationswissenschaften und Gesundheitsforschung an der Universität Konstanz in einer Mitteilung.

Forscher des Instituts haben nun untersucht, wie ein solches roboterassistiertes Training zum Erfolg eines stationären Rehabilitationsaufenthalts von Patienten beitragen kann.

Motorische Defizite

Bei Erwachsenen in Deutschland ist Schlaganfall die häufigste Ursache von bleibenden Behinderungen: Häufig haben die Betroffenen nach der Akutphase motorische Defizite.

Neben den Herausforderungen, die die Erkrankung für die Patienten und deren Umfeld mit sich bringen, ist die Erholung nach Schlaganfall deshalb ein Thema von hoher gesellschaftlicher Relevanz, betont das Institut in der Mitteilung.

Ein intensives Training mit häufigen Einheiten in den ersten sechs Monaten nach dem Schlaganfall wirke sich dabei besonders günstig auf beeinträchtigte motorische Funktionen aus.

Und für das Ziel, die Trainingsintensität für Bewegungsabläufe – etwa das Greifen nach einer Tasse – zu erhöhen, sei die technische Unterstützung durch einen Roboter besonders geeignet.

Inwieweit ein solches roboterassistiertes Training bei der stationären Rehabilitation zusätzlich zu den üblichen Behandlungen von den Patienten akzeptiert wird, und ob ein solches Zusatztraining außer dem üblichen Therapieplan auch ohne Unterstützung durch Therapeuten durchführbar ist, hat nun ein Team des Instituts im Rahmen einer Pilotstudie untersucht.

Proximale Armfunktion signifikant verbessert

Dafür wurde zehn Schlaganfall-Patienten mit schwerer Armlähmung bei ihrem stationären Rehabilitationsaufenthalt die Gelegenheit gegeben, über vier Wochen hinweg 24 zusätzliche Übungseinheiten mit jeweils 30 Minuten an einem Armtrainingsroboter zu absolvieren.

Die Patienten haben dabei mithilfe des vom Roboter unterstützten betroffenen Arms therapieorientierte Computerspiele absolviert ((J Neuroeng Rehabil. 2018; 15: 72).

Im Ergebnis zeigte sich eine hohe Akzeptanz dieses Zusatztrainings durch die Patienten, so die Forscher. Die Patienten hatten im Untersuchungszeitraum im Schnitt 13 Termine wahrgenommen und bewerteten die Übungen als motivierend und angenehm. Nach Ablauf der vier Wochen hatten sich zudem proximale Armfunktionen signifikant verbessert.

Hinsichtlich der Schulterkraft ließ sich auch ein Zusammenhang zwischen der Zahl der absolvierten Trainingstermine und dem Grad der Verbesserung nachweisen.

Daraus schließen die Forscher zum einen, dass bei Schlaganfallpatienten mit Armlähmungen roboterassistiertes Zusatztraining grundsätzlich durchführbar ist, heißt es in der Mitteilung.

Zum anderen werden die Ergebnisse als Hinweis darauf gewertet, dass ein solches Zusatztraining sich positiv auf den Erholungsverlauf auswirken kann. (eb/eis)

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