Thrombose/Schlaganfall

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Modul: Akuttherapie und Sekundärprophylaxe des ischämischen Schlaganfalls – Ein Musterbeispiel für personalisierte Medizin

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Ärzte Zeitung, 13.02.2007

Thromboembolien mit Enoxaparin selten

Die Rate der Blutungen ist nicht erhöht / Studie zu niedermolekularem und unfraktioniertem Heparin bei Insult

BERLIN (cin). Patienten mit schwerem Schlaganfall haben bei einer Prophylaxe mit dem niedermolekularen Heparin Enoxaparin seltener venöse Thromboembolien (VTE) als mit unfraktioniertem Heparin (UFH). Die Rate der Blutungen nimmt nicht signifikant zu.

MRT-Aufnahmen eines Infarkts in der linken Gehirnhälfte. Foto:Sartor

Dieses Ergebnis der PREVAIL-Studie hat Professor Joachim Röther vom Klinikum Minden bei einer Veranstaltung in Berlin vorgestellt. Die Häufigkeit der VTE lag mit Enoxaparin (Clexane®) bei 10 Prozent, mit UFH bei 18 Prozent. Das entspricht einer relativ um 43 Prozent geringeren Rate.

Dabei hatten 4,5 Prozent der Patienten mit niedermolekularem Heparin proximal eine tiefe Beinvenenthrombose und 9,6 Prozent mit UFH. Hier war die Rate relativ um 53 Prozent geringer. Beide Unterschiede waren signifikant. Klinisch relevante Blutungen hatten 1,3 Prozent der Patienten mit Enoxaparin und 0,7 Prozent mit UFH. Dieser Unterschied war nicht signifikant.

Die Subgruppenanalyse habe ergeben, dass bei Patienten mit schweren Hirninsulten (NIHSS-Score größer 14) die VTE-Raten mit Enoxaparin signifikant um 45 Prozent niedriger waren als mit UFH (16 Prozent versus 30 Prozent). Das berichtete Röther bei der von Sanofi-Aventis organisierten Veranstaltung. Patienten mit weniger schweren Schlaganfällen hatten mit Enoxaparin eine um 41 Prozent geringere VTE-Rate als mit UFH (8 Prozent versus 14 Prozent).

"Insult-Patienten profitieren in mehrfacher Hinsicht von der Therapie mit dem niedermolekularen Heparin", sagte Röther. Zum einen sei ihr Risiko für eine VTE signifikant vermindert. Zum anderen sei nur eine Injektion pro Tag erforderlich. Die Tagestherapiekosten von Enoxaparin sind etwas höher als die von UFH. Jedoch werde bei einem von 13 Patienten eine VTE verhindert, wenn sie Enoxaparin statt UFH erhielten, so der Neurologe.

Nur 1335 der 1762 Patienten haben bis zum Schluss an der offenen Studie teilgenommen. Zu den Ursachen der hohen Abbruchrate liegen nach Angaben des Unternehmens noch keine Analysen vor. Es wird jedoch vermutet, dass Patienten nach erfolgreicher Therapie nicht erneut an Untersuchungen, etwa einer Phlebografie, teilnehmen wollten.

DIE STUDIE IN KÜRZE

PREVAIL-Studie

PREVAIL bedeutet Prevention of VTE after acute Ischemic stroke with LMWH-Enoxaparin. In der Studie erhielten 1762 Patienten innerhalb von 48 Stunden nach einer schweren ischämischen Apoplexie - etwa mit Hemiplegien, Aphasien und Gesichtsfeldausfällen - für etwa zehn Tage entweder subkutan einmal täglich 40 mg Enoxaparin (Clexane®) oder zweimal täglich 5000 I.E. UFH. In deutschen Kliniken liegt die Standarddosis meist bei dreimal täglich 5000 I.E. UFH. Für die Studie wurde allerdings die zweimal tägliche Therapie gewählt, um so das Blutungsrisiko zu minimieren. In den USA ist diese Dosierung Standard. (cin)

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