Ärzte Zeitung, 23.07.2012

Jeder fünfte idiopathische Thrombus ist Krebsvorbote

BERLIN (dk). Hinter einer idiopathischen Thrombose steckt nicht selten ein Malignom, weiß Professor Hanno Riess, Leiter der Internistischen Onkologie an der Charité in Berlin.

Bei immerhin 15 bis 22 Prozent liegt die Ursache in einer Krebserkrankung. Das Thromboserisiko ist bei Krebspatienten etwa siebenmal so hoch wie bei Patienten ohne Tumor (InFo Onkologie 2012;4:51-52).

Doch wie viel Krebsdiagnostik ist bei einer ersten idiopathischen Thrombose sinnvoll? Riess empfiehlt, die alters- und geschlechtsspezifischen Krebsvorsorgemaßnahmen zu aktualisieren.

So sollte zum Beispiel über 50-Jährigen eine Koloskopie nahegelegt werden. Aber am wichtigsten sei, so Riess, dass der diagnostizierende Kollege für einen Tumor als mögliche Ursache sensibilisiert ist.

War eine Krebserkrankung Auslöser der Thrombose, hat das Konsequenzen für die medikamentöse Antikoagulation. Die Therapie sollte mindestens über sechs Monate erfolgen.

Die Leitlinien empfehlen sogar lebenslang oder zumindest so lange zu behandeln, wie eine aktive Krebserkrankung besteht. Als Antikoagulanzien sollten NMH bevorzugt werden.

Sie haben sich in Studien bei Krebspatienten als wirkungsvoller erwiesen als Phenprocoumon und verursachen zudem deutlich weniger Blutungskomplikationen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Welcher Sport tut den Gefäßen gut?

Sportliche Menschen scheinen anfälliger für atherosklerotische Koronarveränderungen zu sein als faulere. Neue Studiendaten legen nahe, dass dabei die Sportart von Bedeutung ist. mehr »

Bald Bluttest auf Brustkrebs?

Forscher an der Universität Heidelberg haben ein neues Verfahren entwickelt, mit dem sich über einen Bluttest Brustkrebs leichter erkennen lässt. Die Sensitivität wird mit 80 bis 90 Prozent angegeben. mehr »

Wie Fitness das Alter beeinflusst

„Man ist so alt, wie man sich fühlt“, sagt der Volksmund. US-Forscher bestätigen dies in einer Studie: Sie haben mit einem Belastungstest das physiologische Alter von Patienten ermittelt. mehr »