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Sinneswahrnehmung

Arbeitsteilung im Gehirn beim Hören entdeckt

Linke und rechte Gehirnhemisphäre übernehmen beim Hören unterschiedliche Aufgaben.

Von Linke Veröffentlicht:

FRANKFURT / MAIN. Eine neue Arbeitsteilung zwischen den Gehirnhemisphären beim Verstehen von Wörtern und Geräuschen haben Forscher der New York City University (NYU) School of Medicine und des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik entdeckt (Nat Hum Behaviour 2019; online 4. März).

Das Ergebnis der Studie biete neue Einblicke in die Verarbeitung von Sprache und zeige Wege auf, wie Störungen des Hörvermögens behandelt werden können, berichtet das Max-Planck-Institut.

„Unsere Ergebnisse eröffnen ein neues Verständnis der Arbeitsteilung zwischen rechter und linker Hemisphäre“, wird Dr. Adeen Flinker, Hauptautor der Studie und Assistenzprofessor an der Abteilung für Neurologie der NYU School of Medicine, in der Mitteilung des Max-Planck-Instituts zitiert.

„Beide Hirnhälften übernehmen beim Zuhören gleichzeitig stattfindende, aber unterschiedliche Aufgaben. Während die linke Hemisphäre misst, wie Geräusche sich zeitlich verändern – zum Beispiel beim langsameren oder schnelleren Sprechen –, ist die rechte Seite stärker auf Frequenzänderungen ausgerichtet, die mit Veränderungen in der Tonhöhe zusammenhängen.“

Mechanismen der Sprachanalyse erforschen

Frühere klinische Beobachtungen aus dem 19. Jahrhundert haben ergeben, dass Schäden an der linken Hemisphäre, jedoch nicht an der rechten, die Sprachverarbeitung beeinträchtigen.

Bisher haben Forscher eine Reihe von Hypothesen über die Aufgaben der Hemisphären beim Sprechen, beim Verstehen von Sprache und bei anderen kognitiven Vorgängen aufgestellt. Zudem werden jedoch die neuronalen Mechanismen, die den zerebralen Asymmetrien zugrunde liegen, diskutiert.

In der Studie verfolgten die Wissenschaftler das übergeordnete Ziel, die grundlegenden Mechanismen der Sprachanalyse vertiefend zu erforschen, auch mit dem Hintergrund, neue Diagnose- und Behandlungsoptionen für Sprachstörungen zu entwickeln.

Dafür manipulierten sie Sprachaufzeichnungen, bei denen menschliches Verhalten sowie Gehirnaktivitäten erforscht wurden. In den Studien kamen Magnetenzephalographie und Elektrokortikographie zum Einsatz.

„Wir hoffen, dass dieser Ansatz einen Rahmen dafür bietet, um die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen der menschlichen und nicht-menschlichen Verarbeitung von Kommunikationssignalen aufzuzeigen“, ergänzt Flinker. (eb)

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