Ärzte Zeitung, 30.09.2011

Pränatale MRT deckt Fehlbildungen auf

Mit der pränatalen MRT lassen sich unklare Ultraschallbefunde abklären. Häufig lässt sich so ein beunruhigender Verdacht, etwa auf eine Fehlbildung des Feten, ausräumen. Liegt eine krankhafte Veränderung vor, kann man sich auf mögliche Therapiemaßnahmen vorbereiten.

Pränatale MRT deckt Fehlbildungen auf

Ist mit dem ungeborenen Kind alles in Ordnung? Bei unklarem Ultraschallbefund bietet die MRT weitere Chancen zur Abklärung.

© Irina Fischer / fotolia.com

KÖLN (eb). Bei der Schwangerenvorsorge werden eine Reihe von Ultraschalluntersuchungen vorgenommen. Doch nicht immer sind die Bilder eindeutig. Zu wenig Fruchtwasser, zu viel Bauchfett, ein Beckenknochen oder eine Darmschlinge können den Blick auf das ungeborene Kind, die Plazenta und die Gebärmutter erschweren.

Um unklare Befunde abzuklären, werden viele Schwangere in spezialisierte Einrichtungen überwiesen. Hier stehen häufig auch Magnetresonanztomografen zur Verfügung.

Welche Möglichkeiten die pränatale MRT - vor allem für die Diagnose von Gehirn- und Rückenmarkerkrankungen - bietet, diskutieren Experten bei der neuroRAD 2011, der 46. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) in Köln.

Klarer Blick in den Mutterleib

Die pränatale MRT ermöglicht nicht nur einen klaren Blick auf die Organe des Ungeborenen und der Mutter. Sie liefert auch Informationen, die über die Möglichkeiten der Ultraschalldiagnostik hinausgehen.

Besonders gewinnbringend ist die Methode bei Untersuchungen von Gehirn und Rückenmark des Kindes: Durch den hervorragenden Gewebekontrast lassen sich Aufbau und Reife des zentralen Nervensystems mit der MRT besonders gut beurteilen, teilt die DGNR mit.

Mit speziellen Techniken wie der Diffusionsbildgebung oder der MR-Spektroskopie können die Neuroradiologen zusätzliche Informationen, etwa über die Gewebezusammensetzung und krankhafte Stoffwechselvorgänge, gewinnen.

Einsatz ab der 19. Schwangerschaftswoche

Die pränatale MRT wird auch dann genutzt, wenn der Verdacht besteht, dass ein Kind im Bauch der Mutter nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird oder an einer Infektion erkrankt ist.

Die MRT erfolgt bei Schwangeren gewöhnlich ab der 19. Schwangerschaftswoche. Die Mutter muss sich hierfür für 30 bis 45 Minuten in die Röhre begeben. Für Kind und Mutter ist die Untersuchung ungefährlich.

Mehr Infos auf: www.neurorad.de

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