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Substitution

Je mehr Testosteron, desto besser?

Die Anwendung von Testosteron bei eugonadalen Männern könnte riskant sein. Darauf weisen Studien bei genetisch bedingt erhöhtem Testosteronspiegel hin.

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HONGKONG. Manchem Senior gilt Testosteron als Jungbrunnen. Die Substitution gehört aber nicht in die Lifestyle-Ecke, zumal sich die Hinweise verdichten, dass hohe Testosteronspiegel zu körperlichen Schäden wie Thromboembolien beitragen könnten. Bislang stammten diese Hinweise nur aus wenig aussagekräftigen Beobachtungsstudien.

In diesem Jahr haben chinesische, britische und US-amerikanische Forscher Ergebnisse bei Männern mit genetisch bedingt erhöhten Testosteronspiegeln veröffentlicht. Diese könnten, vorausgesetzt die Ergebnisse werden prospektiv bestätigt, Konsequenzen für Patienten haben, die wegen Hypogonadismus Testosteron substituieren.

Dr. Shan Luo von der Universität Hongkong und Kollegen haben zwei Gene identifiziert, die mit erhöhten Testosteronspiegeln einhergehen: JMJD1 sowie das für das SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin) kodierende Gen. Bestimmte Polymorphismen haben deutlich erhöhte Testosteronwerte zur Folge.

Die Genvarianten wurden mit Hilfe der UK Biobank bei über einer halben Million Männern und Frauen geprüft und mit der Inzidenz von Thromboembolie, Herzinfarkt und Herzschwäche korreliert (BMJ 2019; 364: 1476).

Demnach verdoppelt sich bei Männern mit jedem logarithmisch transformierten Anstieg des Testosteronwerts um 1 nmol/l das Thromboembolierisiko, bei Frauen war das Risiko um etwa die Hälfte erhöht. Die Herzinfarktrate war nicht erhöht, für Herzinsuffizienz ergaben sich wegen der geringen Fallzahl keine sicheren Ergebnisse. Alle Resultate bezogen sich auf die JMJD1C-Genvarianten, für die SHBG-Varianten gab es keinen Zusammenhang mit kardiovaskulären Ereignissen.

Aus Tierexperimenten ist bekannt, dass Testosteron die Plättchenaggregation fördert und den Östrogenspiegel erhöht. In der Studie TRAVERSE (Effect of Testosterone Replacement Therapy on the Incidence of Major Adverse Cardiovascular Events and Efficacy Measures in Hypogonadal Men) wird derzeit bei 6000 hypogonadalen Männern geprüft, inwieweit die Langzeit-Testosterontherapie bei Männern die Rate kardiovaskulärer Ereignisse beeinflusst. Die Studie läuft noch bis Sommer 2022. (ner)

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