Ärzte Zeitung, 24.05.2011

Kommentar

Screening versus Intelligenzmängel

Von Angela Speth

Ein Mosaiksteinchen haben sie herbeigetragen, die tschechischen Forscher. Mehr bringt ihre Studie nicht: Im Bild zu Schilddrüsenstörungen während und nach einer Schwangerschaft zeichnen sich erst Umrisse ab.

Versteht sich, dass um Prävention bemühte Endokrinologen auch noch weit entfernt sind von dem, was sie mit diesem Bild illustrieren wollen: wie ein Screening aller Schwangeren, bei Bedarf gefolgt von einer Therapie, die Intelligenz der Kinder steigert.

Denn wie alle bisherigen Studien ist auch diese mit gerade mal hundert Teilnehmerinnen zu klein, als dass für die Kostenträger eindeutig belegt wäre, wie hoch der Schaden durch Schilddrüsenstörungen ist und welches Ausmaß der Nutzen von Tests auf TPO-Antikörper und TSH erreicht.

Das Problem ist bekannt: Etwa acht Prozent der Frauen haben erhöhte TPO-Antikörper, zwischen einem und vier Prozent deutlich erhöhte Titer bis hin zur Hypothyreose. Doch solange nicht feststeht, wie stark das die kognitive Entwicklung des Fetus beeinträchtigt, solange rennen Präventivmediziner bei den Entscheidungsgremien gegen Granit. Auf den Punkt gebracht: Zu verstehen ist der Widerstand gegen das Screening, zu bejahen nicht.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Erst schwanger, dann Schilddrüsenprobleme

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Innovationsfonds bleibt - und wird verändert

Seit 2016 fördert der GBA neue Versorgungsprojekte mit vielen Millionen. Jetzt wird bekannt: Mit dem Innovationsfonds geht es weiter - in etwas modifizierter Form. mehr »

Düsteres Bild der Weiterbildung

Fehlende Strukturen und Verstöße gegen Arbeitszeitgesetze: Eine Umfrage des Hartmannbundes unter knapp 1500 Assistenzärzten deckt gravierende Mängel in der Weiterbildung auf. mehr »

Was Kliniken von Luftfahrt lernen können

Zur Eröffnung des „Gesundheitskongresses des Westens“ versucht die Gesundheitsbranche, von anderen zu lernen: Nicht Fehler seien das Problem, sondern das Machtgefälle in Teams. mehr »