Ärzte Zeitung, 22.04.2008

Bei ED macht es Sinn, Testosteron zu bestimmen

EU-Studie zu Substitution

MAILAND (grue). Männer mit erektiler Dysfunktion (ED) und Altershypogonadismus haben ein ähnliches Risikoprofil. Bei ED ist es deshalb sinnvoll, auch den Testosteronspiegel zu bestimmen.

"Bluthochdruck, Adipositas, Dyslipidämie und Diabetes münden oft in ein metabolisches Syndrom, das sich zunächst oft nur als ED und Testosteronmangel bemerkbar macht", so Professor Ridwan Shabsigh aus New York.

Bei Männern mit Potenz- und Libidomangel sollte deshalb frühzeitig interveniert werden, auch, um ein metabolisches Syndrom und kardiovaskuläre Komplikationen zu vermeiden. Primäre Maßnahmen seien Lebensstiländerung und die ED-Therapie, etwa mit Vardenafil, so Shabsigh auf einer Veranstaltung von Bayer HealthCare in Mailand.

Bei nachgewiesenem Altershypogonadismus und Leidensdruck sei zudem eine Testosteronsubstitution hilfreich. So wurde in einer EU-Studie bei 362 Männern mit Testosteron-Mangel das Testosteron-Gel Testogel® über eine Dauer von sechs Monaten im Vergleich zu Placebo geprüft. Unter Testosterontherapie nahm die Körperfettmasse signifikant um 1,2 kg ab, mit Placebo waren es 0,1 kg. Die fettfreie Körpermasse stieg um durchschnittlich 1,4 kg, mit Placebo blieb sie unverändert. Zudem besserten sich mit Testosteron die Lipidwerte und die gesundheitsbezogene Lebensqualität, besonders im sexuellen Bereich. Die Effekte waren unabhängig von Lebensalter oder Testosteron-Ausgangswerten.

In einer folgenden offenen Studie mit dem Gel nahm bei gleich bleibender Gesamtkörpermasse der Fettanteil weiter ab. Die Lebensqualität wurde auf hohem Niveau stabilisiert. Mit der Therapie stiegen die Testosteronspiegel um etwa 7 nmol/l, ohne dass die PSA-Werte signifikant beeinflusst wurden.

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