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Kommentar – Neuer Impfstoff

Hoffnung bei Chlamydien

Erstmals wurde ein Impfstoff gegen Chlamydien am Menschen getestet. Ein solcher Schutz wäre für Frauen ein großer Segen.

Wolfgang GeisselVon Wolfgang Geissel Veröffentlicht:

Ein wirksamer Impfstoff gegen Chlamydien wäre für Frauen ein großer Segen und hätte zudem einen enormen wirtschaftlichen Nutzen. Chlamydia trachomatis ist der häufigste Erreger sexuell übertragbarer Krankheiten. Große Teile der Bevölkerung infizieren sich damit, und obwohl sich die Infektion gut diagnostizieren und wirksam mit Antibiotika behandeln lässt, hat sich die Krankheitsrate bisher nirgendwo senken lassen. Komplikationen wie Unterleibsentzündungen, chronische Schmerzen, Sterilität und Tubargravidität sowie Fehl- und Frühgeburten verursachen zudem außer dem großen Leid Betroffener auch hohe Kosten im Gesundheitswesen.

(Teil-)Immunität gegen Chlamydien ist möglich, wie sich im Tiermodell und auch bei Frauen nach durchgemachter Infektion gezeigt hat. Die erste klinische Studie mit einem Impfstoffkandidaten ist ein wichtiger Schritt und stimmt optimistisch. Allerdings: Nur wenige Präparate schaffen es von Phase-1-Studien bis zur Zulassung.

Die Entwicklung eines Chlamydien-Impfstoffs wird in jedem Fall noch viele Jahre dauern. Bis dahin gilt es, verfügbare Chancen zur Prävention zu nutzen. Gegen schwere sexuell übertragene Infektionen bietet schon heute die HPV-Impfung wirksamen Schutz. In Deutschland ist das leider viel zu wenig bekannt.

Lesen Sie dazu auch: Sexuelle Infektionen: Erster Chlamydien-Impfstoff in klinischen Tests

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