Direkt zum Inhaltsbereich

Neue Mittel gegen Hepatitis C werden erforscht

MÜNCHEN (wst). Viele Patienten mit chronischer Hepatitis C werden in den nächsten Jahren Komplikationen bekommen. Mit den verfügbaren Arzneimitteln kann heute nur einem Teil der Patienten geholfen werden. Neue Substanzen für die Therapie werden getestet.

Veröffentlicht:

In Deutschland sind nach Schätzungen 600 000 bis 800 000 Menschen chronisch mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) infiziert. Ende der 80er Jahre - kurz vor Identifizierung des HCV - waren wahrscheinlich die Infektionsraten am höchsten, wie Privatdozent Helmut Diepolder vom Uniklinikum München Großhadern berichtet hat.

Die chronische Infektion verläuft bekanntlich lange Zeit symptomarm und wird meist nicht erkannt. Erst nach 20 bis 30 Jahren kann die Infektion zu einer Leberzirrhose oder einem Karzinom führen. Morbidität und Sterberaten werden daher zwischen 2010 und 2020 in Deutschland besonders hoch sein, so Diepolder auf einer Veranstaltung in München, die von der Falk Foundation und Essex Pharma unterstützt worden ist.

    Entwickelt werden neue Interferone und Virusstatika.
   

Mit der Standardtherapie aus pegyliertem Interferon (etwa PegIntron®) plus Ribavirin (etwa Rebetol®) können heute die Viren nur bei etwa 50 Prozent der behandelten Patienten langfristig eliminiert werden, fuhr der Spezialist fort. Neue Medikamente gegen HCV werden daher dringend gebraucht.

Nach Diepolders Angaben werden derzeit 40 Substanzen gegen Hepatitis C in klinischen Studien getestet (21 in Phase I, 18 in Phase II und eine in Phase III). Ziel der Forscher ist es, mit neuen Therapeutika die HCV-Eliminationsraten zu verbessern und das Fortschreiten der Leberfibrose aufhalten zu können. Entwickelt werden zum Beispiel neue, modifizierte Interferone. Sie sollen im Vergleich zu herkömmlichen Präparaten eine längere Halbwertszeit, eine verbesserte antivirale Wirkung und ein günstigeres Profil unerwünschter Wirkungen haben.

Als neue Partner für eine Kombitherapie mit Interferonen werden zudem Protease-Hemmstoffe wie die Substanz VX-950 oder das Nukleosid-Analogon Valopicitabin klinisch getestet. In der Entwicklung ist auch der unspezifische Immunmodulator Actilon, der die Produktion endogenen Interferons steigert. Nach Angaben des Unternehmens Coley Pharmaceutical habe die US-Behörde ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für Actilon bewilligt.

Mehr Infos zu Hepatitis C unter www.rki.de, "Infektionskrankheiten A-Z" und "Hepatitis C" anklicken!

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Welt-Hepatitis-Tag

Hepatitis E: Unterschätzte Gefahr bei Leberzirrhose?

Robert Koch-Institut

Hepatitis C: Diese Bevölkerungsgruppe ist am häufigsten betroffen

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Wann zählt die FSME-Impfung bei der Vorhaltepauschale mit?

Lesetipps
Bei der Springer Medizin Gala wurden die Preisträger des Galenus-von-Pergamon-Preises und des Charity Awards gekürt.

© Marc-Steffen Unger

Preisträger gekürt

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2026

Ehrenamtliches Engagement beeindrucke sie nicht nur, „es berührt mich“, erklärte die einstige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.

© David Vogt

Springer Medizin Gala

Preisträger des Springer Medizin Charity Awards feierlich gekürt