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Wie geht es weiter bei erhöhten Leberwerten? Ein Kollege gibt Tips

MÜNCHEN (wst). Auch wenn die Ursache leicht erhöhter Leberwerte oft eine harmlose, spontan ausheilende Krankheit ist - Spezialisten empfehlen dennoch, die Werte zu kontrollieren und schwerwiegende Ursachen auszuschließen. Das gilt auch bei gesund wirkenden Patienten und wenn die erhöhten Werte zufällig entdeckt worden sind.

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Etwa 2,5 Prozent der Bevölkerung haben längere Zeit oder sogar dauerhaft erhöhte GPT (ALT)- und GOT (AST)-Werte, ohne daß dafür jemals eine Ursache gefunden wird. Darauf wies Privatdozent Ewert Schulte-Frohlinde vom Klinikum Rechts der Isar der Technischen Universität München auf einer von der Falk Foundation und Essex Pharma unterstützten Fortbildungsveranstaltung in München hin.

Auch körperliche Anstrengung kann die Leberwerte erhöhen

Vorübergehende Erhöhungen der Leberwerte können auch durch harmlose Krankheiten - wie etwa virale Gastroenteritiden - oder sogar körperliche Anstrengungen verursacht werden. Doch selbst wenn die Leberwerte nur geringfügig erhöht sind und Betroffene keine weiteren Symptome haben, sollten die Patienten weiter untersucht werden, so Schulte-Frohlinde.

Meist verraten schon Anamnese und Erscheinungsbild eines Patienten mit erhöhten Transaminase-Werten die Ursache. Dabei dürfe Alkoholabusus, Übergewicht, Diabetes mellitus, die Einnahme potentiell leberschädigender Medikamente oder die Exposition lebertoxischer Noxen als ursächlich für auffällige Leberwerte erachtet werden. Bewiesen sei dieser Zusammenhang, wenn die Transaminase-Werte durch Lebensstiländerung, bessere Blutzucker-Kontrolle oder Noxenkarenz absinke oder sich normalisiere, so Schulte-Frohlinde.

Besonders - aber nicht nur - bei intravenösem Drogenkonsum, bei länger zurückliegenden Bluttransfusionen oder bei Angehörigen medizinischer Berufe sollte eine chronische Hepatitis C oder B ausgeschlossen werden, riet der Nephrologe.

Bei isolierter ?-GT-Erhöhung reichen meist Kontrollen aus

Sind zusätzlich zu den Transaminasen auch Cholestase-Parameter wie ?-GT oder AP erhöht, ist vor allem bei über 50jährigen von Anfang an immer auch an eine cholestatische Lebererkrankung zu denken. Übrigens: Eine leichte isolierte ?-GT-Erhöhung hat bei Patienten ohne weitere Symptome keine gesicherte pathologische Bedeutung, erinnerte Schulte-Frohlinde.

Sind häufige Lebererkrankungen wie chronische Hepatitis C oder B ausgeschlossen, und gibt es sonographisch keinen Hinweis auf Lebergewebe-Veränderungen oder Leberherde, gilt: Selbst eine anhaltend isolierte Erhöhung der ?-GT bedarf keiner weiteren Untersuchung - außer den Kontrollen der Leberwerte.

Weitere Infos: www.leberhilfe.org, www.kompetenznetz-hepatitis.de



STICHWORT

Ritis-Quotient

Der Ritis-Quotient gibt das Verhältnis von GOT zu GPT wieder. Sein Wert liegt normalerweise zwischen 1,0 und 2,0. Bei leicht erhöhten Transaminasen bietet der Quotient eine erste Abschätzung der Schwere eines Leberschadens und Hinweise auf wahrscheinliche Ursachen.

  • Ist der GPT-Wert höher als der GOT-Wert, und ist damit der Ritis-Quotient unter 1, kann man von einem noch leichteren entzündlich bedingten Leberschaden ausgehen. Häufige Ursachen sind akute oder chronische Infektionen der Leber mit Hepatitis-Viren oder anderen Viren - wie etwa Epstein-Barr-Virus (EBV) oder Cytomegalie-Virus (CMV).
  • Anhaltende Transaminasen-Erhöhungen mit einem Ritis-Quotient über 2 (GOT höher als GPT) sind dagegen Zeichen eines schweren, nekrotischen Leberparenchymschadens. Ursache ist meist chronischer Alkoholabusus. (wst)
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