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TarP-Protein

Multiresistente Keime mit Tarnkappe

Forscher haben ein bisher unbekanntes Protein entdeckt, mit dem sich multiresistente Keime vor dem menschlichen Immunsystem verstecken.

Veröffentlicht:

TÜBINGEN. Wie sich MRSA-Keime für das Immunsystem unsichtbar machen, haben Forscher der Universität Tübingen herausgefunden.

Sie stellten fest, dass viele der besonders häufigen MRSA-Keime ein bislang unbekanntes Protein erworben haben, das dazu führt, dass die Erreger nicht mehr durch Antikörper des Immunsystems erkannt werden (Nature 2018; online 21. November).

Die Wissenschaftler um David Gerlach gaben dem Protein den Namen TarP (kurz für Teichoic acid ribitol P).

„TarP verändert das Muster von Zuckermolekülen auf der Erregeroberfläche auf eine bisher unbekannte Weise“, wird Studienautor Professor Andreas Peschel in einer Mitteilung der Uni Tübingen zitiert. Dies führe dazu, dass das Immunsystem keine Antikörper gegen das wichtigste MRSA-Antigen, die Teichonsäure, bilden kann.

Das Immunsystem werde so nicht nur „blind“, sondern verliere auch die wichtigste Waffe gegen den Erreger.

Die Forscher vermuten, dass die bakterielle Tarnkappe das Ergebnis einer Auseinandersetzung zwischen den Erregern und ihren natürlichen Feinden, den Phagen, ist. Als Bakteriophagen wird ja eine Klasse von Viren bezeichnet, die Bakterien befällt, diese als Wirtszelle nutzt und sich von ihnen ernährt. Im vorliegenden Fall hätten Phagen offenbar ihren Wirt mithilfe des TarP-Proteins umprogrammiert und so die Oberfläche des Bakteriums verändert.

„Wir verstehen jetzt detailliert, wie das Protein auf der molekularen Ebene als Enzym funktioniert“, sagt Gerlach.

Die Struktur-Funktionsanalyse von TarP bilde nun eine exzellente Basis, um neue Wirkstoffe zu entwickeln, die TarP blockieren und die Erreger wieder für das Immunsystem erkennbar machen. (eb)

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