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Hände weg von streunenden Tieren - sonst drohen lästige Mykosen

BERLIN (hsr). Die von Urlaubern am häufigsten nach Deutschland heimgebrachte Mykose ist die zoophile Mikrosporie durch Microsporum canis. "Hände weg von streunenden Tieren!", warnt deshalb Professor Hans-Jürgen Tietz. Die Erreger werden nämlich durch Tiere und dabei auch - anders als der Name vermuten läßt - besonders häufig durch Katzen übertragen.

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Gründe für die Zunahme besonders dieser Pilzinfektion sieht der Dermatologe von der Universitäts-Hautklinik der Charité in der ausgeprägten Kontagiosität des Erregers und den hohen Durchseuchungsraten des Keims bei Tieren in Südeuropa sowie auf Bauernhöfen in Deutschland oder Österreich.

Auch das Bedürfnis von Kindern und Erwachsenen, Tiere anzufassen, sei von Bedeutung. Denn, so Tietz, "eine Mikrosporie bekommt man nicht, man holt sie sich". Seine Empfehlung, den Kontakt zu streunenden Tieren zu vermeiden, richtet sich dieses Jahr speziell auch an Besucher der Olympischen Spiele in Athen: In der Stadt gebe es immerhin etwa 250 000 herrenlose Katzen und Hunde.

Wie der Mykologe berichtet, werden außer der Mikrosporie immer öfter auch Pilzerkrankungen durch Trichophyton verrucosum und T. mentagrophytes, die hauptsächlich von Tieren wie Rindern, Pferden oder Kaninchen einheimischer Bauernhöfe stammen, diagnostiziert (Der Deutsche Dermatologe 9, 2003, 677). Infizierte Kinder mit ausgedehnten, komplizierten Pilzinfektionen wie Tinea capitis werden Ärzten zudem oft zu spät, erst Monate nach langer Odyssee vorgestellt, beklagt Tietz.

Der weltweite Tourismusboom hat nach seinen Angaben auch das Spektrum anthropophiler Dermatophytosen erweitert. Durch direkten Kontakt zu infizierten Einheimischen Asiens, Afrikas und Amerikas stecken sich Reisende zunehmend auch mit exotischen Erregern wie Trichophyton violaceum oder T. soudanense an.

Aufgrund dieser Urlaubssouvenirs plagten sich Patienten nicht selten jahrelang mit einer chronischen Dermatomykose herum, bis sie schließlich einen Arzt konsultierten. Die dann nötige Therapie verdeutlicht Tietz am Beispiel der Tinea capitis: Stets systemisch behandeln mit Griseofulvin, Fluconazol, Itraconazol oder Terbinafin und immer in Kombination mit topischen Antimykotika wie Ciclopiroxolamin.

Auf Reisen können sich zudem bereits bestehende latente Mykosen wie Intertrigo, Fuß- und Vaginalpilz verschärfen, warnt der Dermatologe. Im Urlaub, wo manche Menschen viel Sport treiben und stärker schwitzen, haben die Pilze gute Wachstumsbedingungen. Deshalb sei eine Reiseapotheke mit topischen Antimykotika wie Ciclopiroxolamin und Bifonazol, die ein breites, lückenloses Spektrum gegen Dermatophyten, Hefen und Schimmelpilze besitzen, bestens ausgestattet.

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