Ärzte Zeitung, 04.10.2005

Schall und Mikrobläschen enttarnen Tumoren

Spezielle Ultraschall-Sequenz schützt Gasbläschen im Kontrastmittel vorm Zerplatzen

NEU-ISENBURG (gwa). Mit einer neuen Ultraschall-Technik und -Kontrastmittel (KM) kann man noch besser als bisher die Sonographie zur Tumordiagnostik einsetzen. Ein spezielles Pulssequenz-Verfahren schont die kontrastgebenden Mikrobläschen des KM, mit denen man auch kleine Gefäße identifizieren kann. Platzen diese Mikrobläschen nicht vorschnell, kann man die Kontrastphase der intravenös injizierten Ultraschall-KM ganz ausnutzen.

Siemens Medical Solutions stellte jetzt auf dem Ultraschall-Kongreß in Genf ein neues Sonographie-Gerät mit der speziellen Technik vor.

Ultraschall-KM enthalten mikroskopisch kleine Gasbläschen, die den Kontrast in Gefäßen verstärken. Die Durchblutung von Gewebe zu beurteilen ist wichtig zur Lokalisation und Unterscheidung etwa von gut- oder bösartigen Tumoren in der Leber. Das geschieht anhand von Durchblutungsmustern (viele oder wenige Gefäße, harmonisches oder chaotisches Gefäßmuster).

Doch die Mikrobläschen zerplatzen oft schnell durch den Druck der Ultraschallwellen. Das spezielle Pulssequenz-Verfahren CPS (Cadence-Contrast-Pulse-Sequence) zerlegt herkömmliche starke Ultraschallimpulse in viele aufeinander folgende, weniger intensive Einzelimpulse, wie das Unternehmen mitteilt.

Die Einzelimpulse geben einen guten Kontrast, zerstören die Mikrobläschen aber nicht. Dadurch kann man die Verweildauer der KM im Körper der Patienten, die bis zu 15 Minuten beträgt, zur Untersuchung ausnutzen.

Das neue Gerät mit der CPS-Technik heißt Acuson Antares.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »